Kunst im Stadtraum
Kein Raum für Freiraum
Neue öffentliche Räume braucht die Kunst im Stadtraum -
Die Kunst im öffentlichen Raum im Sinne einer kritischen Befragung von Öffentlichkeit und gesellschaftlicher sowie politischer Strukturen setzt eine plurale und offene Gesellschaft voraus, in der der Stadtraum enttabuisiert ist und alle Räume und Orte angesprochen und künstlerisch genutzt werden können. Freiraum ist für die Kunst im öffentlichen Raum Arbeitsgrundlage und Luft zum Leben und Schaffen zugleich.
Martin Schönfeld
Berlin platzt aus allen Nähten, die Stadt zieht Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Lebensstile an. Hier finden sich die verschiedensten gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Anknüpfungspunkte. Doch dieser Fülle der Möglichkeiten widerspricht der anspannte Wohnungsmarkt. Ein Ankommen und Sichselbstgründen wird unter diesen Vorzeichen schwierig. Der Mietmarkt schrumpft zugunsten von Eigentumswohnungen. Mietshäuser werden neuen Investitions- und Spekulationsobjekten geopfert, in denen ferne Investoren und besonders gutverdienende Personen sich niederlassen. Der Verdrängung, Spekulation und Überteuerung will die Politik durch vermehrten Wohnungsneubau begegnen, nicht aber mit notwendigen Gesetzen und der Umsetzung des erfolgreichen Volksentscheids über die Vergesellschaftung großer Mietwohnbestände. Deshalb muss Bauland her! In einem Stadt-Bundesland ist das aber nur begrenzt möglich. Und das hat Folgen für den Stadtraum und damit auch für die Kunst im öffentlichen Raum.
Öffentlicher Raum und Demokratie
Das Stadtleben findet nicht nur zwischen vier Wänden und in abgegrenzten Einrichtungen statt. Der Stadtraum, seine Offenheit und unbegrenzte Zugänglichkeit sind wesentliche Bestandteile einer lebendigen Stadtkultur. Sie sind Speicher und Refugien der Kommunikation und Inspiration. Für die Kunst und Kultur ist die Existenz von freien Räumen eine Voraussetzung für künstlerischen und kulturellen Dialog, nicht nur innerhalb der eigenen Profession, sondern auch spartenübergreifend und mit der allgemeinen Öffentlichkeit. Der öffentliche Raum ist deshalb auch ein Wirkungsraum, und ohne ein solches Wirkungsumfeld hat es vor allem zeitgenössische Kunst schwer, sich zu entfalten und darzustellen. Doch der öffentliche Raum ist nichts ohne Offenheit und Toleranz gegenüber künstlerischer Artikulation. In autoritär strukturierten und in obrigkeitsstaatlich überwachten Stadträumen kann Kunst nur sehr begrenzt zur Ausübung und kommunikativen Rezeption gelangen. Wo der öffentliche Raum von analogen oder digitalen „Wachtmeistern“ kontrolliert wird, kann öffentliche Kunst nur Beiwerk sein. Nicht ohne Grund entstand das Konzept der Kunst im öffentlichen Raum vielfach in sozialdemokratisch geprägten Gesellschaften und Kommunen, mit dem Anspruch einer „Kultur für Alle“ und eines emanzipatorischen Bildungsverständnisses.
Die klassische, traditionelle Stadt konnte der Kunst im öffentlichen Raum nur Schmuckplätze anbieten oder sie auf politische Bühnen zerren. Das ermöglichte ihr nur die Wahl zwischen kontemplativer Dekoration im bürgerlichen Umfeld einerseits und Mitwirkung an repressiver Machtdemonstration innerhalb herrschaftlicher Stadtraumstrukturen andererseits.
Die Kunst im öffentlichen Raum im Sinne einer kritischen Befragung von Öffentlichkeit und gesellschaftlicher sowie politischer Strukturen setzt eine plurale und offene Gesellschaft voraus, in der der Stadtraum enttabuisiert ist und alle Räume und Orte angesprochen und künstlerisch genutzt werden können. Freiraum ist für die Kunst im öffentlichen Raum Arbeitsgrundlage und Luft zum Leben und Schaffen zugleich.
Stadtraum nach der Zerstörung
Die diffusen Freiräume Berlins waren ausgerechnet eine Folge des Nationalsozialismus, der in der Stadtzerstörung endete. Das Nazi-Regime ließ eine Ruinenlandschaft zurück. Und wo nur noch wenige Steine aufeinanderlagen, konnten die Stadtplanenden von Grund auf neu bauen. Nach der Schuttabfuhr zu den Trümmerbergen konnte das Leitbild des bereits in den 1920er Jahren entwickelten Städtebaus der Moderne als durchlichtete und durchlüftete Stadt zur Wirklichkeit werden. Der aufgelockerte Zeilenbau ließ selbst das Stadtzentrum vorstädtisch wirken. Davon zeugen heute noch die Otto-Suhr-Siedlung beim Moritzplatz oder die Ernst-Reuter-Siedlung am Gesundbrunnen, bekannter das Hansaviertel und der Westabschnitt der Karl-Marx-Allee. Offene Stadträume und fließende Raumstrukturen ließen die vormals steinerne Stadt zu einer durchgrünten Stadtlandschaft werden. Wer aus Paris, Madrid oder Rom nach Berlin kommt, wundert sich nicht selten über so viel offenen Stadtraum.
Das Ende der Stadtbrachen
Und auch in den halbwegs erhalten gebliebenen alten Stadtquartieren klafften Lücken von manchem Bombentreffer, die als Brachen die Jahrzehnte der Nachkriegszeit überdauerten, vielfach wegen unklarer Eigentumsverhältnisse eine spontane Nutzung als Parkplatz oder Kleingarten erfuhren.
Doch diese Beschaulichkeit ging mit den 1990er Jahren verloren. Die Brachen wurden beräumt und einer neuen ökonomischen Nutzung zugeführt, also bebaut. Das ging mancherorts sehr schnell, andernorts dauern diese Prozesse bis heute, währte die Gegenwehr länger, etwa am berühmten Kunsthaus Tacheles, dessen Gelände bis 2023 neu bebaut wurde und heute von bedauerlicher Verwertungsmonotonie zeugt. Die neue Flächenfüllung mit Büro- und Gewerberäumen sowie 275 Wohnungen, beschwört den Mythos Berlin und begräbt ihn zugleich. Die letzten Künstler*innen mussten 2012 ihre Ateliers räumen, ein privatwirtschaftliches Ausstellungshaus soll der Anlage einen kulturellen Touch verleihen. Ein 250 Quadratmeter großes Penthouse wurde zu zehn Millionen Euro angeboten, angeblich die teuerste Wohnung Berlins.
Vergleichbar erging es anderen künstlerischen Zwischennutzungen innerstädtischer Brachgelände. Wo 2006 bis 2010 die Gruppe KUNSTrePUBLIK auf Freiflächen des früheren Mauerstreifens zwischen Kommandantenstraße und Neuer Grünstraße einen „Skulpturenpark“ betrieb, der 2008 sogar ein Veranstaltungsort der Berlin Biennale war, füllen heute Eigentumswohnungen in geschlossener Randbebauung die vormaligen Freiflächen aus. An der Cuvrybrache zwischen Schlesischer Straße und Spreeufer übermalten die Streetart-Akteure 2014 die großen Wandbilder als Protest gegen die Vermarktung des Ortes und der Instrumentalisierung der künstlerischen Arbeiten. Die vormalige Cuvrybrache inszeniert sich nun als ein Campus der heutigen App-Economy. Von der Uferterrasse bietet sich ein Selfie-kompatibler Blick auf die Oberbaumbrücke.
Dabei ist und war das Berlin nach 1990 keine Boomtown. Vielmehr dienten vor allem die jüngeren Investitionen dem Zwischenparken billiger Kredite der Europäischen Zentralbank und deren Umwandlung in Betongold. Der damit einhergehende Verlust offener Stadträume blieb für die sich weiter verschärfende Mietwohnungssituation marktneutral, weil überwiegend Eigentumskomplexe entstanden.
Nachverdichtung
Vor dem Hintergrund von zunehmender Obdachlosigkeit und fehlendem Wohnraum ist Wohnungsbau eine wichtige Forderung, der alles andere untergeordnet wird, etwa die Wertigkeit von Naturräumen, die Lebenswelt von Fauna und Flora. Die Errichtung von Wohnsiedlungen am Stadtrand auf weiten, teilweise auch noch landwirtschaftlich genutzten Flächen entspricht dem Städtebau der 1960er und 1970er Jahre, eine eingeübte Praxis gewöhnlicher städtebaulicher Entwicklung.
Neu dagegen ist die Weiterentwicklung von innerstädtischen Raumbereichen und deren zusätzliche Bebauung. Verdichtung und Nachverdichtung sind hierfür die Stichworte, und das auch in Quartieren, die schon jetzt über höchste Bevölkerungsdichten verfügen. Dafür bieten sich auch die fließend-offenen Stadtraumbereiche des modernen und nachmodernen Städtebaus der 1950er bis 1970er Jahre an. Sie verfügen vielmals über Raumweiten, in die zusätzlich Baublöcke eingefügt werden können.
Der Weiterbau einer Stadt ist eine grundsätzlich sinnvolle Entwicklung anstelle des vielfach betriebenen vollständigen Abrisses und nachfolgenden Neubaus, wie man es 1993 bspw. für den Alexanderplatz mit dem berüchtigten Kollhoff-Plan vorsah. Gerade dieser Wettbewerb behandelte den Alexanderplatz wie eine unbebaute Brache. Aber erst der Weiterbau einer Stadt in verschiedenen Bauepochen verleiht einem Ort seine Historizität.
Die Zerstörung von bewusst gestalteten Stadtraumstrukturen findet den berechtigten Protest der Anwohnenden. So können die Bewohnerinnen in der Pankower Ossietzkystraße nicht nachvollziehen, dass ausgerechnet die durchgrünten Wohnhöfe mit Neubaublöcken vollgestopft werden sollen. Ähnlich wundern sich die Mieterinnen in Berlin-Hellersdorf, dass dortige Wohnhöfe zusätzliche Wohnblöcke aufnehmen sollen, womit auch die Durchlüftung von Wohnungen und Höfen in Frage gestellt wird. Offensichtlich hofft die Politik darauf, in den städtischen Randbereichen auf weniger Protest zu stoßen.
Verdrängung der Nutzungsvielfalt
Wenn der Wohnungsneubau Vorrang genießt, verlieren Stadt und Stadtraum ihre Multifunktionalität. Wenn nur noch gewohnt werden kann, aber keine Möglichkeiten für eine nahe Freizeitgestaltung mehr gegeben sind, entsteht Monofunktionalität, und in deren Folge wird die ganze Stadt zur Schlafstadt. Das integrierte Homeoffice macht das aus dem Haus gehen überflüssig. Gesellschaftliche Isolation und Vereinsamung sind die Folge.
Sport- und Erholungszentrum (SEZ) 1987, Foto: Gerd Danigel/ddr-fotograf.de/CC BY-SA 4.0/Wikimedia Commons
Von der Möglichkeit eines vielfältig lebendigen Stadtquartiers zeugte das 1981 am Rand des Volksparks Friedrichshain eröffnete Sport- und Erholungszentrum (SEZ), das inmitten dicht bebauter Stadtteile Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bot. Wie schon der Palast der Republik verkörperte auch das SEZ ein multifunktionales Konzept von reichhaltigen Nutzungsangeboten, an denen sich Gesellschaft, Sport und Kultur vermischten. Selbstverständlich war das SEZ auch ein Vorzeigeprojekt, das der Bevölkerung in der DDR die sozialpolitischen Leistungen ihrer Regierung beweisen sollte. Dabei stand das Bauwerk im Kontext der funktionalistischen Architektur der 1970er Jahre und damit in einem internationalen Zusammenhang. Entsprechend wurde für den Bau westliche Planung und Technologie eingesetzt: Der Bauentwurf ging kurioser Weise vor allem auf den Architekten Günter Reiß zurück, der erst wenige Jahre zuvor die DDR verließ und nun in West-Berlin für Ost-Berlin entwarf. Nach 1990 wurde das SEZ kaputtgespart, seine Leidensgeschichte endete in der Privatisierung zum symbolischen Preis von einem Euro. Erst 2023 wurde das SEZ rekommunalisiert. Aber, anstatt dieses besondere Bauwerk der Öffentlichkeit wieder zugänglich und nutzbar zu machen, setzen Politik und Verwaltung auf einen Totalabriss, um auf dem Grundstück bis zu 500 Wohnungen errichten zu können. Der erhebliche Sanierungsbedarf des Gebäudes dient als ein Alibi für den gewünschten Abriss.
Mit dem Argument der Wohnungsnot ließen sich viele Orte und Bauten in Frage stellen. Besonders pikant ist aber, dass mit dem geplanten Abriss des SEZ wiederholt DDR-Geschichte zerstört und ein Ort vernichtet wird, der vielen Menschen besondere Erlebnisse geschaffen hatte. Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass es hierbei auch um die Abwertung des Staates DDR und der Menschen, die in dem Staat gelebt haben, geht. Nach der Zerstörung des Palastes der Republik hätte die Stadt Berlin am SEZ die Chance, aus Fehlern zu lernen. Es ist zu befürchten, dass sie diese Gelegenheit verpasst.
Neue Stadtquartiere
Zur Abmilderung der Wohnungsnot entwickelt das Land Berlin neue Stadtquartiere. Dabei steht die Schaffung von Menge im Vordergrund, auch Wohntürme werden geplant. In diesen neuen Stadtquartieren entsteht auch öffentlicher Raum, der bislang nur als eine Landschaftsgestaltung angesehen wird, nicht aber auch als eine Aufgabe von Kunst am Bau und Kunst im Stadtraum. Weder konzeptionell noch punktuell wurden die Einbeziehung der professionellen bildenden Kunst und entsprechende Ausschreibungen für die Kunst geplant. Das komplette Fehlen von Kunst zeugt von der Eile der Aufgabe. Mit diesen Planungs- und Bauaufgaben werden sowohl die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften als auch private Investorengruppen mittels städtebaulicher Verträge betraut. Gerade die Einbeziehung von Privatinvestoren begünstigt die Umgehung der Anweisung Bau hinsichtlich Kunst am Bau. Aus den verschiedenen Planungen der neuen Stadtquartiere ist bislang nur eine bekannt geworden, in der gemäß Anweisung Bau Kunst am Bau vorgesehen wurde, für den Otto-Weidt-Platz im Zentrum der an der Heidestraße neu errichteten „Europacity“. Die Errechnung der Kunst am Bau-Mittel ergab allerdings nur einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Ob diese Mittel eine künstlerische Umsetzung finden, ist offen. Der Beratungsausschuss Kunst hatte 2017 eine Würdigung des Namensgebers des Platzes, Otto Weidt, empfohlen, der Anfang der 1940er Jahre in der von ihm betriebenen Blindenwerkstatt Verfolgte des Nationalsozialismus versteckte.
So ist die Einplanung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum in die neuen Stadtquartiere eine noch offene Forderung. Vor allem muss Kunst in abzuschließenden städtebaulichen Verträgen verpflichtend vorgesehen sein.
Das Potenzial der Randbereiche
Mit dem Verschwinden der innerstädtischen Brachen erhält ein bislang wenig beachteter öffentlicher Raum eine neue Bedeutung: Abstandsflächen, gewöhnliche Grünanlagen, wenig profilierte Platzflächen. Auch sie sind öffentlicher Raum, werden aber nur selten als solcher erkannt und als eine Möglichkeit wahrgenommen. Es handelt sich dabei um weniger repräsentative Flächen, Bereiche auch in weniger repräsentativen Stadtgebieten, vielfach am Stadtrand. Manche dieser Flächen sind teilweise verwahrlost und haben ihre Bedeutung für die Stadt-Gesellschaft noch nicht gefunden. Aber sie verfügen über ein Potenzial für künstlerische Aktivitäten. Das bewiesen die 2022 durchgeführten temporären künstlerischen Projekte auf dem Prerower Platz in Hohenschönhausen, der auf eine Weiterentwicklung wartet. Seine Möglichkeiten für gesellschaftliche Nutzungen konnten die temporären Kunstprojekte ein Dreivierteljahr lang ansprechen.
In Treptow-Köpenick konnte 2023 die Berlinweite Ausschreibung von temporären Kunstprojekten im Rahmen des Draußenstadt-BESD-Programms zwei bislang zu wenig beachtete Grünanlagen in den Ortsteilen Grünau und Spindlersfeld als Handlungsbereiche für künstlerische Aktionen anbieten. Ihre Auswahl erfolgte in enger Absprache mit dem bezirklichen Grünflächenamt. In der Ausschreibung wurde die Notwendigkeit des Pflanzen- und Tierschutzes berücksichtigt. In Anbetracht des in beiden Grünanlagen beachtlichen Baumbestandes war nicht alles möglich, konnte nicht der Boden aufgegraben und keine Installation innerhalb der Bäume und Baumkronen vorgenommen werden. Dennoch ermöglichten beide Grünanlagen den an der Ausschreibung Teilnehmenden genügend Handlungsoptionen. Entsprechend wurde von Wouter Osterholt für sein Vorhaben „Eine Stadt für alle“ in Grünau das Leben von Insekten in der Großstadt angesprochen. Das Projekt „Anders Wohnen“ von Silke Nowak in Spindlersfeld widmete sich prekären Behausungen im Kontrast zu den am Spreeufer komfortablen Wohnanlagen.
Auch diese Ausschreibung zeigte das in Berlin befindliche Stadtraumpotenzial für künstlerische Interventionen. Es gibt Flächen und Bereiche, die nicht verplant sind und deshalb Spielräume für künstlerisches Handeln eröffnen. Es sind vielfach Naturräume, manchmal auch „geschützte Grünanlagen“, sodass entsprechende Rahmenbedingungen beachtet werden müssen. Ein nachhaltiger und fürsorglicher Umgang mit der Umwelt liegt vielen Künstler*innen am Herzen.
Der Umgang mit den diffusen öffentlichen Stadträumen kann Künstler*innen und Kunst den Blick für Randbereiche öffnen. Künstlerische Kommunikation mit einer vielfältigen Bevölkerung ist auch jenseits der Innenstadtquartiere von Kreuzberg, Neukölln, Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain möglich. Dezentrale Aktivitäten befördern die Überwindung des eigenen Milieus und ein Bewusstsein für die Vielfältigkeit der Berliner Stadtgesellschaft.
Die Erschließung und Nutzbarmachung der Rest- und Randbereiche des öffentlichen Raums erfordert aber auch Offenheit der Behörden für die Zugänglichkeit und Verfügbarkeit dieser bislang übersehenen Stadträume. Sie verdeutlichen, dass die Kunst im öffentlichen Raum gerade in den lokalen Berliner Stadtquartieren vielfältige Anknüpfungspunkte finden kann. Dem entgegen steht die weiterhin zu geringe finanzielle Ausstattung der Berliner Bezirke für die Kunst im öffentlichen Raum. Sie ist ein gesamtstädtisches Anliegen und erfordert adäquate Finanzen durch das Land Berlin.