Andreas Sachsenmaier
Werke
REDEZEIT
500 x 300 cm, total time: 6,5 h
Die Lichtinstallation besteht aus dreißig unterschiedlichen typografisch gestalteten Worten, die in einem Raster angeordnet sind. Die einzelnen Wörter heben sich durch ein aufeinander folgendes Aufleuchten ab, um am Ende wieder zu verblassen. Die elektronisch gesteuerten Wortfolgen entsprechen typischen Satzanfängen, wie sie im politischen Alltag des Debattierens häufig verwendet werden. Sie sind vergleichbar dem akustischen Herausfiltern einzelner Zwischenrufe oder spontanen Meinungsäußerungen in verbalen Streitgesprächen auf Diskussionsveranstaltungen oder Demonstrationen. Die inhaltlichen Aussagen sind auf die Willensbekundung „etwas zu tun, einer Idee, einer Sache zuzustimmen, sie abzulehnen, etwas zu verändern” beschränkt. Ausgehend von politischer Mündigkeit, Demokratie und dem Willen zum gesellschaftlichen Engagement bedarf es des engagierten Bürgers und deren gewählte Vertreter die Satzanfänge mit den entsprechenden Inhalten auszufüllen.
ROSE IST EINE ROSE
temporäre installation für 6 weibliche Stimmern im öffentlichen Raum, Größe variabel, total time: 6 x 122 min
Ort: Burggarten des Schwerin Schloßes
Betritt der Betrachter die Liebesinsel im Schweriner Burggarten, vernimmt er gelegentlich ein Stimmengewisper. Wie in einem Garten versuchen verschiedene Rosenpflanzen auf sich und ihre Schönheit aufmerksam zu machen. Doch das Rosarium bleibt unwirklich, denn die unterschiedlichen Sorten werden nur über die Sprache »sichtbar«.Mit dem zur Verfügung stehenden Vokabular eines Rosenkatalogs unternehmen die Pflanzen den Versuch einer Selbstdarstellung. Anhand wissenschaftlicher Klassifikationsbegriffe beschreiben sechs weibliche Stimmen die unterschiedlichen Farben, Blüten- und Wachstumsformen von Rosenzüchtungen aus fünf Jahrhunderten. Diese aus der Ich-Perspektive gesprochenen ›Annoncen‹ sind abwechselnd über die installierten Schalltrichter hörbar.
HEIM / WEG, temporäre Installation
2 Berliner Straßenschilder, verzinkter Stahl, Aluminium
Größe: 200 x 110 x 10 cm, 2015
Ausgangspunkt meiner Überlegungen war die Frage was mich mit einem Ort verbindet, welche Vorstellungen er auslöst und warum man ihn lieber umgehen oder umfahren möchte.
Gerade kleinere ländliche Orte bieten die reale Möglichkeit eine geträumte Idylle mit eigenem Haus und freiem Blick in die Landschaft zu verwirklichen, sind aber durch ihre Abgelegenheit, ihre eingeschränkten Möglichkeiten und ihre geistige Enge auch Orte die man verlässt. Bildet sich eine persönliche Verbindung mit dem Ort, verändern sich die Vorstellungen und mit der Zeit entstehen sich widersprechende Wünsche, Pläne und Absichten für die Richtung – immer wieder und von Neuem.
Eckdaten
https://a-sachse.de
Fotografie, Installation, Medienkunst, Skulptur
* 1967
Vita
seit 2001 lebt und arbeitet in Berlin / Schwerin
1992-93 Studium an der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Gestaltung
1988-91 Studium an der FS für angewandte Kunst, Heiligendamm
1967 in Schwerin / Mecklenburg geboren