Esther Ernst
Werke
Zeichnung für drei Pausen, eingelegt
Die ortsspezifische Boden-Intarsie für die Fanny-Hensel-Musikschule in Berlin verbindet das Medium Zeichnung mit musikalischer Grafik und setzt einen Raumakzent im Verbindungsflur zwischen Neu- und Altbau.
Mit der mehrfarbigen Linoleum-Intarsie greift Esther Ernst das Zeichensystem der musikalischen Notation der Halben-, Viertel- und Ganzen Pause auf und ergänze diese um Linien, die wiederum aus dem Notationssystem zeitgenössischer Musik, künstlerischer Zeichnung oder der Choreografie stammen.
Assoziationen zu Hüpfspielen, die mit Kreide auf den Boden gezeichnet werden und PassantInnen leichtfüssig zur Bewegung animieren, sind ebenso erwünscht wie beschwingte Entscheidungen, im Vorübergehen auf eine Linie zu treten oder auszuweichen.
Die Intarsie wird mittels Hochdruckwasserstrahl gefertigt, so dass die Handzeichnung technisch exakt übersetzt werden kann.
Linoleum wird aus natürlichem Rohstoff produziert und ist ein strapazierfähiges, nachhaltiges sowie langlebigs Material.
Ortsbildpflege Fennpfuhl
Die zeichnerische Installation Ortsbildpflege Fennpfuhl ist das Resultat intensiver Spaziergänge und Aufenthalte über mehrere Wochen im Fennpfuhl Viertel. Esther Ernst fixiert ihre Beobachtungen mit Text und Bild. Ihre Arbeiten nähern sich dabei den Methoden der kritischen Kartographie an, denn sie hält fest, was immateriell an einem Ort passiert, was sich abspielt, wie die Welt reagiert. In ihrer Arbeit über den Fennpfuhl zeigt sie einen von ihr übersetzten, geschaffenen Raum von Notwendigkeiten, Träumen, Fehlplanungen, Gedanken, Spekulationen und abwegigen Gefühlen sowie Geschichten der Menschen, Pflanzen und Tiere.
(Text: Susanne Bosch)
Zierstiche
Der hohe Glasanteil und die architektonische Setzung der Vorhänge im Neubau der Sekundarschule Laufen bringen Esther Ernst dazu, 9 Vorhänge zwischen Lernlandschaft und Klassenzimmern punktuell mit grossformatigen Zeichnungen zu besticken.
Der zeichnerische Strich von Hand lässt sich hervorragend auf die maschinelle Stickerei übertragen und spannt einen Bogen zwischen skizzenhafter Anmutung und technischer Präzision. Die Vorhänge sind beidseitig einsehbar und werden deshalb mit applikationsfreier Direktstickerei und entsprechenden Sticktechniken zweiseitig gestaltet.
Inhaltlich kreisen die Zeichnungen um den (Schul-) Alltag der SchülerInnen. Geflechte aus privatem Alltag sind mit Themen aus dem Unterricht kombiniert.
Die bestickten Vorhänge unterstreichen die beabsichtigte Wohnlichkeit zwischen Lernpavillion und Klassenzimmern und entfalten eine phantasievolle und kreative Atmosphäre.
Im Baselland greift die Textilindustrie auf eine lange Tradition zurück.
Bis heute ist die Stickerei eine äussert strapazierfähige, langlebige und nachhaltige Veredelung.
Raumgeschichten
Ausstellungsansicht: Kunstraum Baden, Schweiz
Kartografische Wandmalerei: 4 x 15 Meter, Dispersionsfarbe auf Wand
Zeichnungen: "Cairo Notes", 2018, 80-teilig, je 21 x 29 cm, Bleistift, Buntstift, Aquarell auf Papier
Eckdaten
* 19.04.1977
Vita
1977 in Basel geboren, lebt Esther Ernst in der Schweiz und in Berlin.
Sie studierte Kunst und Bühnenbild an den Schulen für Gestaltung Zürich und Basel, an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg sowie an der Universität der Künste Berlin.
Sie ist in diversen Einzel-, Gruppenausstellungen und Kunstsammlungen im In- und Ausland vertreten, hat mehrere internationale Preise und Stipendien erhalten und realisiert derzeit zwei Kunst am Bau Projekte in Berlin und Laufen (Schweiz).