Gerstenberg
Werke
Jörn Gerstenberg
Jörn Gerstenberg / Boris Abel
Jörn Gerstenberg / Kirsten Breustedt
Eckdaten
Jörn Gerstenberg schuf modulare Wandzeichnungen deren Verbindungsstellen streng standardisiert sind. Um sich auf eine zeichnerische Zusammenarbeit einzulassen, löste er sich von figurativen ornamentalen Formen der Zeichnung und wendet sich einer offeneren Arbeitsweise zu. Mit Pigmentmarkern arbeitend, verfolgt er eine technisch und emotionslos anmutende Linienführung. Er setzt Linien, die sich in einem imaginären Raum endlos vorsetzen könnten, ihn jedoch klar definieren und logisch bestimmen. Aus Zeitschriften bezieht er Pressefotos von Innenräumen, Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten, die in Verbindung mit medial zelebrierten Ereignissen, Katastrophen oder politischen Auseinandersetzungen stehen. Die Motive sind emotional hoch aufgeladen, werden vom Zeichner ihrer unmittelbaren Wirkung entzogen. Als Liniengerüst stark abstrahiert, bleibt ein Unbehagen des Betrachters der Zeichnung. Der Moment der Bedrohlichkeit kontrastiert mit der grafischen Schönheit, die der Eleganz einer klaren Linie innewohnt. Dekonstruktion und Dekorativität der Zeichnung provozieren den Blick des Betrachters, dazu eine Haltung zu entwickeln, zu deuten, sich anzunähern oder eine Abwehrhaltung einzunehmen.