Hans-Martin Sewcz
Werke
BRAILLE
BRAILLE Wandfries
200 Halbkugeln, gegossenes rubinrotes Glas,
in Neusilber gefasst, Durchmesser: je 7cm auf Gesamtfläche 2,65m x 16,75m
Wandelhalle Sparkasse Uecker-Randow, Pasewalk 1998
Beauftragt, eine ca. 17m lange Wand in einer Bank in Pasewalk zu gestalten, entdeckte Hans Martin Sewcz bei Recherchen
zum Ort den Namen Oscar Picht (1871-1945), der die Blindenschrift-Schreibmaschine entwickelt hatte. Er brachte eine über-
dimensionale Blindenschrift aus rubinrotem Glas, in Neusilber gefasst, an der Wand an. Der Text lautet: "Felix, qui potuit rerum
cognoscere causas." ("Glücklich, der die Gründe der Dinge erkennen kann.”) und “Zu Ehren Oscar Picht Pasewalk 1998".
Die Blindenschrift ist als eine Metapher im weiteren Sinne aufgefasst. Sie fungiert als Symptom und bewusstseinserweiternder
Hinweis dafür, dass vielfältige Formen der Information und Kommunikation in der Gesellschaft möglich sind.
“Die emotionsgeladene Farbigkeit und das deutlich gebrochene Punktraster setzen eine unterschwellig wirkende Aktivität in
Gang... Eine im höchsten Maße und von aller Inhaltlichkeit freie, reine Bildlichkeit." Kornelia von Berswordt- Wallrabe 1998
INDUSTRIAL VEGETATION I
INDUSTRIAL VEGETATION I
Skulpturengruppe
7 Stelen, je 28 an einem Aluminiumrohr aufeinander gesteckte Sandschaufeln, 7 x 210cm x 35cm x 25cm
Waldweg zum Schloss Neuenstein, Saasen/ Hessen 2001
“Hans Martin Sewcz stellt den Bezug zum ländlichen Raum her, indem er für seine Installation einen dort gebräuchlichen Nutz-
gegenstand verwendet ... Die bewaldete Hangseite, die der Weg vom Dorf zum Schloss durchquert, ist Bestandteil der
Installation. Sieben Stelen, bestehend aus aufeinander gesteckten rostigen Schaufeln gleicher Größe und Farbe, stehen in
lockeren Formationen am Abhang nahe dem Wegesrand. Alle 28 Schaufeln der über 2 Meter hohen Stelen sind streng in einer
Richtung ausgerichtet und lassen ein rythmisierendes und gleichsam ornamentales Bildmuster entstehen. Die Stelen wirken
geradezu organisch eingewoben in die Bewaldung, ihre Größe und Materialbeschaffenheit lassen sich erst später erkennen.
Der umgekehrte Prozess der Wahrnehmung erfolgt beim Gang bergaufwärts. Unvermittelt ragen die Stelen auf, Assoziationen
von Wirbelsäulen oder dämonischen Wesen erzeugend.” Bettina Schob 2001
INDUSTRIAL VEGETATION II
INDUSTRIAL VEGETATION II
"Industrial Vegetation II" - Installation
Konstruktion aus verzinkten Kohleschaufeln
Bürohaus in Berlin, Dez. 2002/ Jan. 2003
Der Konzeptkünstler Hans Martin Sewcz löst Produkte des alltäglichen Bedarfs aus seiner ursprünglichen Funktion heraus und
stellt sie in einen neuen Zusammenhang. So schafft er neue skulpturale Welten, hier stilisierte Palmen aus aufgereihten DDR-
Kohleschaufeln. Im Foyer des Bürohauses geht es ihm darum, mit der Architektur der Moderne zu kommunizieren und de-
ren ästhetische Intensonen erlebbar zu machen. Mit der Spiegelung der Objekte wird der Innenraum in den Stadtraum erweitert.
Entwurf DIE SCHILLERNDE KRONE DES BAROCK
Entwurf: DIE SCHILLERNDE KRONE DES BAROCK
Meine Idee besteht darin, dem Grundriss des südlichen Teils der barocken
Wasserläufe eine signifikante Form zu entnehmen und sie auf der südlichen
Erhöhung, die zwangsläufig alle Blicke aus der Sichtachse des Schlossgartens
auf sich zieht, vertikal „aufzurichten“ - in spiegelndem Edelmetall.
So wird die barocke Form des Grundrisses, die konkret nur in der Vogelperspektive wahrgenommen werden kann, erst bewusst gemacht und als weit sichtbares Symbol geschaffen.
Die Villa, die unter Franz II., der in der Geschichte zwar überwiegend eine positive Rolle spielt, gebaut wurde, ist doch ein Symbol des Militarismus. Bei diesem Vorschlag geht es darum, die Dominanz der Villa zurückzudrängen, was letztenendes der schlechte Zustand des Gebäudes rechtfertigt.
Schaut man vom Schlosspark zur Offiziersvilla, stellt man fest, dass die geometrische
Strenge der barocken Parkanlage sich nicht nach oben fortsetzt, weil die unbeschnittenen Bäume auf beiden Seiten, auch die Bäume auf der linken Seite der Offiziersvilla – eher natürlich wirken. Deshalb hat die Geometrie des barocken Elements hier Sinn.
Das Spiegelbild des Himmels lässt die Fläche immateriell wirken.
Die Wolken, die sich im Metall spiegeln, bringen einen filmischen Bewegungsablauf ins Objekt, ebenso die Autos, die vor der Fläche die Johann-Stelling-Straße passieren.
INDUSTRIAL VEGETATION III
INDUSTRIAL VEGETATION III BUGA Projekt Solarzentrum Wietow bei Wismar 2009
Skulpturenpaar, verschraubt mit Stahlstangen, verzinkte Stahlschippen aufgesteckt, Höhe 280 cm, Spannweite 370 cm
Hans Martin Sewcz´ Installationen “Industrial Vegetation” haben die Anmutung paläontologischer Pflanzen. Erstellt nach dem
Prinzip der Schachtelhalme sind sie bionische Konstruktionen. Auf palmenwedelförmig angeordneten Stahlstangen sind die ver-
zinkten Kohleschaufeln aus DDR-Produktion aufgesteckt. Die so stilisierten “Palmen” kehren nun in die Natur zurück. Ihre metal-
lischen Oberflächen reflektieren das Licht der Sonne. Ein Spiel der Energien aus Natur und schöpferischer Intention findet statt.
Eckdaten
www.hansmartinsewcz.com
Installation, Fotografie