Oscar Mauricio Ardila Luna
Werke
Conexión Palonegro / Verbindung Palonegro
„Conexión Palonegro“ verweist auf historische Orte, die nicht wahrgenommen werden oder in Vergessenheit geraten sind. An diesen Orten wurden mit Plakaten und aufblasbaren Materialien lebensechte Vergrößerungen von Bildern geschichtlicher Ereignisse aufgestellt, die hier stattfanden.
In diesem Fall wurde die Vergrößerung eines der bekanntesten Bilder der kolumbianischen Geschichte vom Anfang des 20. Jahrhunderts verwendet: Eine Fotografie von 1900 zeigt eine Anhäufung von Schädeln von Soldaten, die in einer der blutigsten Schlachten der kolumbianischen Geschichte fielen.
„Conexión Palonegro“ verdeutlicht die tatsächlichen Dimensionen eines geschichtlichen Ereignisses, das nur in Büchern und in einem Format von 0,1 x 0,4 m zu sehen war. Dem wurde die tatsächliche Größe von 4 m und der militärische Zweck des Orts in der Gegenwart gegenübergestellt.
Lavapiés
Lavapiés ist eine künstlerische Intervention, die das ehemalige Ufer und eine Badestelle des Cali-Flusses (Kolumbien) markiert. Aufgrund der Verlängerung einer Landstraße, wurde Ende der 60er Jahre der Flusslauf umgeleitet. Heute steht auf diesem Grundstück das Museum für zeitgenössische Kunst Calis.
Für die Intervention wurde ein Wasserlauf in den Museumsgarten geleitet, wo reines Wasser aus der immer noch bestehenden Wasserquelle fließt. Der Wasserlauf hat hier eine öffentliche Bedeutung, da er von den Einwohnern als „Erfrischungs-Station“ benutz werden kann. Dort treffen sich verschiedene Personen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen.
In Cali, wo es Mangel an öffentlichen Stadtbädern gibt, wird die Frage nach der Wirkung einer angemessenen urbanen Politik gestellt, die solche öffentlichen Räume fördern sollte.
Kuratiert von: Lorena Díez / Alberto Campuzano
Die Leute, die Straßenbahnen beim Vorbeifahren zusahen]
Durch eine künstlerische Aktion werden die Bedingungen und Auswirkungen von der Präsentation der zensierten und nicht offenen Geschichte Kolumbiens im öffentlichen Raum untersucht, um andere Perspektiven auf die gewalttätige Realität aufzuzeigen und die Schaffung eines Ausgangspunktes einer Erinnerungskultur zu initiieren. Hauptinteresse ist, die Sichtbarmachung der Überlagerung von verschiedenen Ereignissen an den gleichen Orten zu ermöglichen, um andere Teile der Geschichte Bogotas, die derzeit keinen Raum im kollektiven Gedächtnis haben, wiederzuerwecken.
In diesem Sinne werden die Ereignisse des „El Bogotazo” am 9. April 1948 erläutert, um die Politisierung der Erinnerung als Ursprung einer diffusen Angst vom kollektiven Erkennen der Erinnerung anzudeuten. Das Bild wurde genau an dem Ort aufgestellt, wo diese Straßenbahn
vor 60 Jahre fotografiert wurde.
Digitaler Ausdruck auf Stoff, Fahrräder, Metal, Roller. Bogotá. 1,4 x 3,2 m.
Troppenkammer
Ein Blumenkübel wurde als „Wunderkammer“ in den öffentlichen Raum gegenüber vom Landesmuseum Mainz aufgestellt. In diesem Museum wird eine Sammlung von Porzellan aus der kolonialen/barocken Zeit in einer Dauerausstellung präsentiert. Papageien- und Obstmotive sollen die einstige Idee von den Tropen abbilden.
Die künstlerische Arbeit nimmt einen kritischen Bezug auf die Ausstellung und den mit dieser Sammlung verbunden Inhalten. In der heutigen „Wunderkammer“ liegen verschiedene Bananen, die nach der Porzellan-Technik der barocken Zeit gestaltet wurden. Diese wurden mit verschiedenen barocken Mustern und Begriffen verziert, die an die Markenzeichen von Bananen-Firmen erinnern. Die Muster und Begriffe wurden aus der Sammlung des Museums herausgegriffen und als Dekoration für die Porzellanbananen der Installation nachgebildet.
Porzellan, Aufkleber. 0,8 x 0,8 x 0,3 m.
Eckdaten
www.oscarardila.info
Skulptur, Grafik, Partizipation
* 1977
Vita
- 1977 in Bucaramanga, Kolumbien. Künstler und freiberuflicher Kurator. Entwicklung von Kunstprojekten und Verfassung verschiedener Publikationen über zeitgenössische kolumbianische Kunst sowie weitere Themenfelder wie z.B. Gedächtniskultur und Kunst im öffentlichen Raum. Seine Masterarbeit zum Verhältnis von Kunst und Natur in der gegenwärtigen kolumbianischen Kunst wurde im Jahr 2007 ausgezeichnet und von der Universidad Nacional de Colombia publiziert (2008). Im Jahre 2012 wurde sein Forschungsprojekt über Kunst im öffentlichen Raum „Campos de memoria“ vom Kulturamt Bogotá als „Kuratorisches Projekt für die internationale Verbreitung kolumbianischer Kunst“ ausgezeichnet. 2015 erhielt er das Forschungsstipendium des kolumbianischen Kulturministeriums. Seit 2007 lebt in Deutschland.