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Werke
Übrigens
Das historische Riesenrad im Berliner Spreepark erwacht nach 25 Jahren Dornröschenschlaf völlig transformiert und schwebt fortan frei über dem neuen Wasserbecken, der Quelle des Parks. Es steht mit seinen Beinen in der trocken gefallenen Sohle des historischen Beckens, die aufgebrochen und der Natur überlassen wird. Vier der acht Stützen haben das Weite gesucht, um am Eingang zu grüßen.
Das Ensemble ist Ausdruck einer Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes, die sichtbar bewahrt, verwandelt und weitergedacht wird.
BIX Communicative Display Skin
BIX ist eine Matrix aus 930 konventionellen Leuchtstofflampen, die in die Plexiglas-Fassade des Kunsthauses Graz integriert sind. Dadurch, dass deren Helligkeit in einer Frequenz von 20 Bildern/Sekunde einzeln und stufenlos regelbar ist, können in grober Auflösung Bilder, Filme und Animationen auf der Fassade gezeigt werden.
Projektvideo unter: https://vimeo.com/realitiesunited/bix
90° - 8,4°
Die Installation im Eingangsbereich der Deutschen Botschaft in Belgrad verbindet Foyer und erstes Obergeschoss mithilfe vier aufeinander bezogener farbiger Spiegel, zwischen denen je nach Standort flüchtige Blickbeziehungen entstehen und damit neue Aspekte des Raumes „aktiviert“ werden.
Jeweils zwei exakt parallel ausgerichtete runde Spiegel an Boden und Decke des Foyers konfrontieren dabei zwei quadratische Spiegel an gegenüberliegenden Wänden neben dem Eingang und im Obergeschoss. Ein wesentlicher Aspekt sind dabei die titelgebenden Winkelverhältnissen der Spiegel: Während die beiden runden Objekte horizontal ausgerichtet sind, wurden ihre quadratischen Gegenpole leicht geneigt montiert, sodass sich die beide zwischen den Spiegeln aufspannenden Räume auf zwei gedachten Linien kreuzen, die um 8,4 Grad vom rechten Winkel abweichen. Auf diese Weise überbrückt das Ensemble die Höhendifferenz zwischen den Geschossen und erzeugt einen ephemeren virtuellen Raum, der in seiner spezifischen Form erlebbar wird, wenn sich mindestens eine Person zwischen den Spiegeloberflächen aufhält und in einen der vier Spiegel hineinblickt; je mehr Menschen anwesend sind, desto vielgestaltiger wird auch der abgebildete Raum.
Je nach Tageszeit und Lichteinfall verändert sich das hell-heitere Farbspektrum, das diese experimentelle Anordnung prägt. Es bildet einen Komplementär zu dem in weiß gehaltenen Gebäude (eine Referenz auf die ‚weiße‘ Stadt Belgrad). Wie im Kaleidoskop brechen sich in der Installation Flächen, Formen, Farben und gehen mit jeder Bewegung neue Konstellationen ein.
Contemporary Architecture
“Überqualifizierte” Leuchten – digital vernetzt und einzeln per Computer gesteuert - formen zwei Ziffern einer großformatigen 7-Segment-anzeige. In dieser Anordnung sind die Leuchten Informationsträger und Lichtquelle zugleich. Als “Display” zeigt die Installation die aktuelle Zeit in Minuten, aber parallel dient sie der pragmatischen Raumbeleuchtung.
Während sich die angezeigte Information jede Minute ändert, bleibt die Beleuchtungsstärke im Raum immer konstant.
Projektvideo unter: https://vimeo.com/realitiesunited/contemporary-architecture
TransReflex
Die Installation Transreflex besteht aus siebzehn beweglichen, beidseitig verspiegelten Paneelen, die vor den großen Fenstern, der Nord und Ost-Fassade des Kunstmuseums Kloster unser Lieben Frauen in Magdeburg installiert sind. Sie bewegen sich uneinheitlich, denn die Scharniere sind an unterschiedlichen Seiten der Fenster angebracht. Je nach Fenster also nach links, rechts, oben oder nach unten.
Durch die individuellen Winkel und Klapprichtungen der einzelnen Paneele bildet die Installation unterschiedliche Fragmente der Umgebung ab. Die resultierende Collage der Spiegelbilder vermischt zwei gegensätzliche Wirklichkeiten: Den früheren Klosterbau, dem ältesten erhaltenen Gebäude Magdeburgs, und die Gebäude der Nachkriegsmoderne, die in relativer städtebaulicher Bezugslosigkeit quasi im Vorgarten des Klosterensembles errichtet wurden.
Die Auflösung und Neuzusammensetzung der Blickbeziehungen wirkt in beide Richtungen: für den Blick von außen auf das Gebäude und für den Blick von innen nach außen. Im geschlossenen Zustand bilden alle Paneele zusammen eine Fläche mit der Fassade, und somit eine homogene Reflexionsebene.
Architecture of Autonomy
Die permanente Installation sendet die Wortbotschaft CHANGE von Weitem sichtbar in den Stadtraum der Metropole Gwangju. Dem Aufforderungscharakter kann entsprochen werden: Die Arbeit ist auf dem Dach eines öffentlichen Hochhauses installiert und Besucher können sie verändern.
Das Wort ist in drei unterschiedlichen Farbkombinationen allseitig auf 33 aneinandergereihte Körper aus Metall lackiert, die allesamt manuell und einzeln drehbar sind. Die individuellen Bemühungen um einen "Change" sind demnach limitiert, denn es lässt sich nur die Farbzusammensetzung, nicht aber die Botschaft an sich ändern. Die Arbeit thematisiert allgemeine Fragen der Einflussmöglichkeiten des Individuums innerhalb komplexer Systeme.
FAZIT
Anlässlich des Ausstiegs aus Atom- und Kohlekraft in Deutschland sollen die sehr großen Kraftwerke, die typisch für diese Ära der Energieerzeugung sind, temporär künstlerisch ertüchtigt werden. Am einzelnen Standort erzeugt die himmelwärts aufsteigende Zeichenfolge aus Dampfringen ein konkretes und gebührendes Signal für die nahende Stilllegung.
Monocle
Monocle is eine Hommage an den französischen Regisseur Jacques Tati (1907-1982) und ein direktes Zitat seines Filmklassikers ”Mon oncle” (1958), eine wunderbar orchestrierte Komödie über die Wirrungen und Anpassungsschwierigekeiten der Menschen an die frühe Moderne.
Seiner Zeit weit voraus enthüllt Tati in seinen Filmen die unterwerfende Konsequenz des technischen Fortschritts. Mühelos haucht er Gegenständen und Maschinen menschliche Eigenschaften ein und erschafft dabei ein hypnotisierendes Schauspiel, das uns gleichwohl mit Vergnügen wie Ehrfurcht erfüllt.
Die Installation bezieht sich auf die “Villa Arpel”, das ultramoderne Anwesen der Schwester des Protagonisten Mr Hulot, das in starken Kontrast zum ‘alten Paris’ gestellt wird. In einer Schlüsselszene von “Mon oncle” weckt Mr Hulot eines abends versehentlich die Bewohner der Villa auf. Als diese daraufhin in den runden Fenstern erscheinen, wirkt es, als hätte das Gebäude ein Augenpaar, ein Gesicht.
Monocle ist eine Interpretation dieser Szene. Die Arbeit beabsichtigt dem Eingang eines Hochhauses eine besondere Identität zu verleihen.
C3A
Die künstlerische Kommunikationsoberfläche C3A für ein Medienkunstzentrum in Spanien überzieht dessen Fassade mit einem System aus unregelmäßig geformten, schüsselartigen Vertiefungen unterschiedlicher Größe und Dichte. Sie sind in verschiedenen Maßstäben und ohne erkennbares Anordnungsraster über die gesamte Fassade verteilt. Die Formensprache dieser komplexen Geometrien leitet sich aus dem Grundriss des Gebäudes ab. Am Tage prägt die Fassade als dreidimensionale, taktile und solide Oberfläche das Erscheinungsbild des Gebäudes im veränderlichen Licht- und Schattenspiel des Sonnenlichts.
Bei Dunkelheit dient jede der "Schüsseln" zudem als Reflektor für das Licht seitlich integrierter weißer LED-Leuchten. Durch die individuelle Steuerung der Helligkeit der einzelnen Leuchten wird jede Schüssel zum Pixel und die Fassade zum überdimensionalen Graustufendisplay. Die wie negative Abdrücke in das Volumen des Gebäudes eingearbeiteten Pixel verwandeln den architektonischen Körper selbst zum digitalen Informationsträger, zum spezifisch aus der Architektur abgeleiteten Kommunikationsmedium.
Analog zur Retina des menschlichen Auges sind Teilbereiche der Fassade mit unterschiedlichen “Auflösungen” bzw. unterschiedlicher “Informationsdichte” versehen. Diese Analogie erzeugt zusätzliche künstlerische Freiheiten bei der Bespielung der Oberfläche. Trotz der insgesamt sehr niedrigen Auflösung der Bilder und deren Ausbreitung über die gesamte Länge der Fassade werden Andeutungen von Motiven ermöglicht.
Die Arbeit wurde in enger Kooperation mit Nieto Sobejano, den Architekten des Gebäudes, konzipiert und gestaltet.
Projektvideo unter: https://vimeo.com/realitiesunited/c3a
Museum X
Während seiner einjährigen sanierungsbedingten Schließung sollte für das Museum Abteiberg Mönchengladbach eine temporäre Skulptur geschaffen werden, um dem Museum eine Präsenz in der Stadt zu garantieren.
Mit MuseumX wurde nicht eine Skulptur als Repräsentanz des Museums, sondern ein “Museum als Skulptur” entwickelt. Das ehemalige, dem Abriss geweihte Schauspielhaus wurde zum temporären Exil des Museums erklärt und in ein “imaginäres Museum” im Stil der Nachkriegsmoderne verwandelt.
Projektvideo unter: Video: https://vimeo.com/realitiesunited/museum-x
Drehmoment
Die kinetische Skulptur auf dem südlichen Vorplatz des Futuriums, erinnert an einen im Maßstab dramatisch vergrößerten Zirkusakt. Der rotierende „Teller“, der nur durch die Dynamik und Virtuosität seiner drehenden Bewegung auf einem Stab balanciert wird, produziert ein einfaches Bild, welches auf den ersten Blick intuitiv verständlich ist. Dabei provoziert die der Skulptur innewohnende Gleichzeitigkeit von Stabilität und Instabilität die Reflexion einer Vielzahl von Beobachtungen, Fragen und Interpretationen zu unserer Existenz in Gegenwart und Zukunft.
Projektvideo unter: http://vimeo.com/realitiesunited/drehmoment-doku
2x5 (Brothers)
2x5 (Brothers) ist eine zeitbasierte, kinetische Lichtinstallation für das “Perry and Marty Granoff Center for the Creative Arts” der Architekten “Diller Scofidio + Renfro”. Sie besteht aus zwei Maschinen, die weitgehend mechanischen “Plakatwechslern” gleichen, wie sie verbreitet von der Werbeindustrie verwendet werden. Oben und unten im Gehäuse befinden sich motorgetriebene Wickelkerne mit Textilbahnen, die jeweils mit 5 vollflächigen monochromen Farbflächen bedruckt sind.
Das Verhalten der beiden Apparate wird durch eine gemeinsame Steuerung koordiniert. Meist zeigen beide Apparate die gleiche Farbe, oder zumindest zeigt jeder der beiden Apparate eine Vollfarbe. Gelegentlich halten die Leinwände aber auch in der Halb- oder Viertelposition, so dass ein Apparat zwei Farben gleichzeitig zeigt. Die Intensität der Hinterleuchtung kann ebenfalls in Abhängigkeit zur Halteposition der Farbflächen variieren. Die Steuerung der Installation erfolgt über Algorithmen, welche die Veränderungsgeschwindigkeit, die Farbauswahl, Helligkeit und die Synchronität des Verhaltens der beiden Wechsler zueinander beeinflussen.
Die Komplexität des Verhaltens der Installation ist zeitlich an den Fortschritt des Universitätsjahres gekoppelt. Zu Beginn des Jahres neigen die Maschinen dazu, beide dieselben Farben in gleicher Intensität hinterleuchtet zu zeigen. Im Verlauf des Jahres nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass die beiden Maschinen ein voneinander losgelöstes Verhalten zeigen.
Projektvideo unter: Video: http://vimeo.com/realitiesunited/2x5
LightSpell
LightSpell ist ein Hybrid aus Kunstinstallation und Innenbeleuchtung einer U-Bahn Station. Sie besteht aus einer hängenden Gruppe von 40 Lichtgestellen, die jeweils einem übergroßen 16-Segment-Display ähneln. Jedes Gestell besteht aus 16 individuell ansteuerbaren Leuchtkörpern
und kann alle Buchstaben des Alphabets, Sonderzeichen und Zahlen von 0 bis 9 darstellen. Die Installation liefert einerseits ausreichend Licht für die unterirdischen Räume des Bahnhofs, während sie gleichzeitig Textnachrichten darstellt, die von den wartenden Passagieren auf
mehreren Schreibterminals in der Station eingegeben werden können.
LightSpell ist ein Experiment der öffentlichen Interaktion und berührt die Thematik der Gegenüberstellung von individueller Freiheit versus der Interessen größerer Gruppen. Wie auch immer die individuelle Nachricht lautet, sie wird auch das notwendige Licht für die gesamte Station spenden. Es ist damit eine demokratische Installation: jede Formulierung – auch unhöflich, dumm, oder beleidigend – wird unweigerlich auch Lichtquelle sein und dem Bedürfnis der anderen Wartenden dienen.
Alle sind dazu aufgerufen, die bestehende Nachricht zu überschreiben, zu korrigieren oder zu beantworten. Manche Nachrichten werden nur wenige Sekunden bestehen bleiben, andere dagegen für Stunden. Licht und Information, Ästhetik und Meinung werden eins.
wir wollen nur spielen
Der mit dem 1. Preis ausgezeichnete Wettbewerbsbeitrag besteht aus einer Skulpturengruppe mit zwei Figuren, die vor dem Haupteingang des Digitalbaus der TH Ingolstadt positioniert sind.
Die Figuren verbinden die Form von frühen Transistoren mit anthropomorphen Gestalten. Durch ihre Größe, Farbgebung und dialogische Gestalt schaffen sie eine Willkommensgeste und einen Treffpunkt vor dem Neubau. Sie erzeugen dabei eine ambivalente Wirkung zwischen technischer Komponente und menschlichem Ausdruck.
Eckdaten
www.realities-united.de
Installation, Lichtkunst, Medienkunst