Reinigungsgesellschaft
Werke
30 Millionen Hektoliter
Im Rahmen des Produktionskunst Festivals "Drehmoment" kooperierte REINIGUNGSGESELLSCHAFT mit dem Brauereianlagen-Hersteller Ziemann Holvrieka in Ludwigsburg. Gemeinsam mit Auszubildenden und Betreuern wurde ein Prozess erarbeitet, in dessen Verlauf eine Skulptur entstand. Das Kunstwerk symbolisiert die Dimensionen eines Brautanks in Form eines schwebenden Drahtmodells. Mit dem Projekt wird deutlich, welche Herausforderungen im globalen wirtschaftlichen Handeln zu bewältigen sind. Die Skulptur macht das Volumen eines Brautanks wahrnehmbar. Es wird deutlich, wie groß der Bedarf an der Ressource Wasser ist. Das Kunstwerk regt ein Nachdenken über die sparsame und umweltschonende Verwendung von natürlichen Ressourcen an.
Unser Haus lernt sprechen
An der Fassade der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin Lichtenberg wurde gemeinsam mit Geflüchteten und Freiwilligen das größte Schriftkunstwerk Berlins installiert. Die Gestaltung macht Fähigkeiten und Qualifikationen von Geflüchteten sichtbar. Die Aktion wurde mit Beteiligten des "Atelier Global" realisiert.
Das "Atelier Global" wurde von REINIGUNGSGESELLSCHAFT im Februar 2016 in einer Notunterkunft für Geflüchtete im ehemaligen Stasi Areal in Berlin Lichtenberg ins Leben gerufen. Seitdem fanden zahlreiche Workshops mit Geflüchteten und vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern statt.
ReUse
Das interdisziplinäre Projekt Re-Use wurde 2014-15 an der University of Rhode Island, USA, realisiert. Es macht auf Einwegverpackungen für Nahrungsmittel und Getränke aufmerksam, ermutigt zu deren Vermeidung und fördert die Nutzung und Wiederverwendung natürlicher Ressourcen. Das interdisziplinäre und partizipatorische Projekt mit dem College of Engineering den Departments of Art and Art History und Communication Studies war ein offener Prozess, in dem unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten erschlossen worden, um die Komplexität von Kreisläufen zu vermitteln. Studierende sammelten Erfahrungen mit problembasierten Ansätzen innerhalb und außerhalb der Kursräume. In einem gemeinsamen Prozess mit Studierende der drei Fachbereiche wurde Verpackungsmaterial gesammelt, gereinigt und granuliert. Mit den Ingenieurstudenten wurde eine Maschine konstruiert, die in einem thermischen Prozess Fliaments erstellt, die als Ausgangsmaterial fur 3d-Druck verwendet wird. Weiterhin wurde eine interdisziplinäre Ringvorlesung What can be changed? realisiert. Ideen, Vorschläge von Lehrenden und Studenten zu einer nachhaltigen Entwicklung wurden in einer Zeitkapsel neben Samen von gefährdeten Planzen gesammelt und aufbewahrt. Im Rahmen einer Baumpflanzaktion wurde die Zeitkapsel in die Erde versenkt die erst nach dem naturlichen Ableben des Baumes geöffnet werden kann.
Leitsystem zum Neuen
Das Modellprojekt hatte zur Aufgabe, ein neues Gemeinschaftsbewusstsein sowie neue Handlungsperspektiven anzuregen. Damit sollte der Ausdünnung der Region und dem Verlust kommunaler Souveränität im ländlichen Raum entgegengewirkt werden. Basierend auf einer Umfrage zu den Lebensbedingungen und Zukunftsperspektiven im ländlichen Raum, wurden mit der Gemeinde Maßnahmen entwickelt, wie Zukunftsherausforderungen antizipativ und durch mehr Eigenverantwortung gemeistert werden können. Durch eine initiierte Dorfzeitschrift, den „Grambower Moorboten“, die bis heute fortbesteht, wurden die Einwohner für gemeinsame und gemeinschaftsbildende Themen interessiert. Bei öffentlichen Gesprächsveranstaltungen brachten die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Sichtweisen und Ideen ein. Das „Leitsystem zum Neuen“ stellt die Herausforderungen der kommenden drei Jahrzehnte visuell dar. Es besteht aus Verkehrsschildern, deren Piktogramme auf die Aufgaben der Zukunft verweisen. Ausgehend von strukturellen Herausforderungen wie der demografischen Entwicklung, Arbeitsplatzperspektiven, Lebenschancen im ländlichen Raum und Klimawandel, bietet das Leitsystem Orientierungspunkte zum gesellschaftlichen Handeln. Die Lebensqualität hat sich mit Beginn des Projektes seit 2009 spurbar verbessert.
Als Folge des Projekts wurde im Oktober 2014 wurde der neu geschaffene Dorfladen eingeweiht. Auf einer Fläche von 180 qm kann man regionale Agrarprodukte aus dem Ort und Waren des täglichen Bedarfs käuflich erwerben. Außerdem befindet sich im Laden ein Paketshop. Der Dorfladen ist mehr als eine Verkaufseinrichtung. Als Treff- und Kommunikationsort stiftet er Identität.
Urban Storylines
Das Projekt „Urban Storylines“ in Vincent/ Perth, Australien, verwendete empirische Methoden des Storytellings um zu einem Wissenstransfer zu gelangen. Die City of Vincent ist Teil der Metropolregion von Perth, Australien. Das Wissen wurde in eine Zukunftsagenda in Form neuer Straßenschilder übertragen. Die Straßenschilder beinhalten Zukunftsthemen und Veränderungswünsche der Bewohnerinnen und Bewohner von Vincent, Die Straßenschilder befinden sich an den Verkehrskreuzungen von Vincent. Das Projekt strebte an, die Öffentlichkeit für die Herausforderungen der Zukunft in einem sich verändernden urbanen Raum zu sensibilisieren.
Der Bergbauboom in Westaustralien brachte ein starkes urbanes Wachstum in den Städten Vincent und Perth mit sich. Eine hohe Beschäftigungsrate und steigende Einkommen wirken sich auf die Stadtentwicklung aus, und die Bevölkerung hat sich verdichtet. Die Infrastruktur der Region änderte sich um 1,3 Millionen Menschen zu beherbergen.
Die Vorstädte von Perth erstrecken sich über 90km in Nord-/ Südrichtung und über 40km Breite. Der expandierende Wohnungsmarkt in den Vorstädten hat auch Auswirkungen auf die City of Vincent. Durch Dialogveranstaltungen wurden Bewohnerinnen und Bewohner eingeladen, über Zukunftsthemen wie Stadtentwicklung, Verdichtung, Infrastruktur und nachhaltige Wirtschaft zu diskutieren. Neben der Zusammenarbeit mit verschiedenen zivilen Umweltgruppen und Vertretern einer Lokalwirtschaft wurden Statistiken und Datenmaterial ausgewertet.Durch die wachsende Verdichtung der innerstädtischen Gebiete wird eine Umgestaltung des öffentlichen Raumes und der Infrastruktur zur Herausforderung. Dabei sollen bestehende Grünflächen erhalten werden und breite Straßen zurückgebaut werden, um angrenzende Stadtgebiete miteinander zu verbinden.Ein Monitoring im Straßenverkehr machte das hohes Verkehrsaufkommen und den Schadstoffausstoß, vor allem durch Berufspendler, sicht- und messbar. Vorschläge zur Diversifizierung alternativer Transportmittel führten zur Umgestaltung und dem Rückbau von Straßen sowie den Bau von Radwegen, die nun die einzelnen Stadtteile miteinander verbinden. So investierte die Stadt Vincent 2014 auf unsere Initiative in einen Bike Network Plan. Das Bauvorhaben wurde 2015 abgeschlossen.
Independent Electricity
Im Rahmen der Karachi Biennale 2019 wurde im Bin Quasim Park Spinning Bikes modifiziert und zur Stromerzeugung umgewandelt. Besucher konnten ihren eigenen Strom produzieren und Handys und Computer aufladen. Während der Abendstunden wurden Teile des Parkes durch die Muskelkraft erleuchtet. Das Projekt regt spielerisch ein Nachdenken über Formen alternativer Stromerzeugung an.
Thinktank Zukunftsgesellschaft
Die Projektgruppe REINIGUNGSGESELLSCHAFT realisierte im Rahmen der Ausstellung „Die Erfindung der Zukunft“ 2019 in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Japanischen Palais einen gesellschaftlichen Thinktank für Jugendliche und Wissenschaftler*innen. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Dresdner Max-Planck-Institut realisiert. Für die Ausstellung wurde ein Labor für Zellforschung im Ausstellungsraum aufgebaut und zu einem Thinktank verändert, indem junge Menschen eigene gesellschaftliche Lösungen für eine nachhaltige Zukunft nachzudenken und anzuregen.
Eckdaten
www.reinigungsgesellschaft.de
Medienkunst, Konzeptkunst, Partizipation, Performance
•zahlreiche partizipative Projekte u.a. in Europa, USA, Japan, Australien, Mexiko
•Einzelausstellungen u.a. Kasseler Kunstverein, Kunstverein Schwerin
•Gruppenausstellungen u.a. Haus der Kulturen der Welt, Haus für Elektronische Künste Basel, Galerie für Aktuelle Kunst Bremen, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, Kunsthalle Budapest, Rotor - Association for Contemporary Art Graz
•Biennalen u.a. in Turin, Prag, Odessa, Sinop/Türkei
•Kunst im öffentlichen Raum: permanente Installation in Perth/Western Australia, stadt- und architekturbezogene Installationen u.a. in Berlin, Leipzig, Columbus/Ohio
•Werke in öffentlichen Sammlungen: Kunstfonds Sachsen, Staatliche Kunstsammlungen Mecklenburg Vorpommern