Ruben Aubrecht
Werke
Further Development
Eine temporäre Intervention auf dem Gebäude der Galerie Thoman und des Kunstraum Innsbruck in der Maria Theresien Str. 34 in Innsbruck, Österreich.
An der Schnittstelle zwischen Kunst und Architektur greift die Arbeit die unaufhörliche Weiterentwicklung in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht auf und transferiert dieses Nie-Vollendet-Sein allegorisch auf ein Gebäude des öffentlichen Lebens. Durch das Anbringen von gefakten Bewehrungseisen wird die statische Struktur eines bereits fertig gestellten Gebäudes aufgebrochen und in einen Zustand der Unvollkommenheit, der Veränderung und Weiterentwicklung überführt.
<...> Ich stimme mit dem Künstler überein, dass wir immer ein wenig Raum für zukünftiges Wachstum lassen sollten und dass nichts im Leben jemals wirklich abgeschlossen ist, auch wenn dies bei dem Gebäude, auf dem „Further Development” installiert wurde, scheinbar der Fall ist. Es ist eine positive Einstellung eine zukünftige Weiterentwicklung zu postulieren und sei es nur die Erweiterung um ein zusätzliches Stockwerk.<...>
Auszug aus einem Text von Lorenzo Rocha
Denkmal Verfolgung, Widerstand und Freiheitskampf
In Zusammenarbeit mit Maria Anwander (www.maria-anwander.net).
Das Denkmal ist Menschen aus Hernals (17. Wiener Gemeindebezirk) gewidmet, die sich dem Faschismus zur Wehr setzten. Es greift das Motiv der individuellen Entscheidung, sich aktiv dem Terror des Nationalsozialismus entgegenzustellen, auf. In einer Endlosschleife ruft es diese Menschen namentlich in Erinnerung und jeder erscheint für einen kurzen Zeitraum auf den Flip-Dot-Anzeigen. Anstatt einer generell und abstrakt gehaltenen Erinnerungssymbolik, wird jeder einzelnen dieser Personen die gleiche Aufmerksamkeit zuteil. Daraus entsteht die Möglichkeit der Identifikation mit den Opfern, die das Potential besitzt, einen Nachdenkprozess über die eigene Zivilcourage und das eigene Verhalten in problematischen gesellschaftlichen Situationen zu initiieren.
Text: KÖR Wien
Das Denkmal befindet sich auf dem Vorplatz der S-Bahn Station Hernals, Platz der Freiheit, 1170 Wien.
Ohne Titel (Just Another Work of Art ...)
In Zusammenarbeit mit Maria Anwander (www.maria-anwander.net)
Depot
Kupfer, Edelstahl, 420 × 118 × 20 cm.
Zehn nebeneinander angeordnete und vertikal ausgerichtete Flachstangen aus Kupfer ragen auf dem Vorplatz der Raiffeisenbank in Hard aus dem Boden. Die Kupferflachstangen sind pures Material, das direkt aus dem Walzwerk stammt und nicht künstlerisch bearbeitet wurde. Fest im Boden verankert, bilden sie ein Wertdepot auf dem Vorplatz der Bank und verweisen auf die Grundkompetenzen des Geldinstituts: die Verwahrung, Sicherung und Anlage von Kapital. Das Konzept des Künstlers sieht vor, dass die Skulptur nach 15 Jahren demontiert und das Material zum tagesaktuellen Marktwert verkauft wird. Ob sich daraus ein Gewinn oder ein Verlust ergibt, lässt sich heute noch nicht sagen, gewiss ist nur, dass der gesamte Erlös einer karitativen Einrichtung in der Region gespendet werden muss.
Walking a Straight Line - Litfaßsäulen
In Berlin wurden zwei Litfaßsäulen, die in einer direkten Linie zueinander stehen, mit dem Bewegungsprofil von Ruben Aubrechts Mobiltelefon plakatiert. Folgt man den Positionsdaten im Code, gelangt man zur jeweils anderen Säule. Bewegungsprofile bestehen aus einer Auflistung von Standortdaten, die in kontinuierlichem Abstand aufgezeichnet werden. In winzigen Textdateien werden Längen- und Breitengrad sowie Datum und Uhrzeit des Telefons gespeichert. Anhand dieser Einzelpunkte kann die zurückgelegte Strecke ganz einfach als Linie auf einer Karte rekonstruiert werden.
Ohne Titel (Conceptual Art Is Boring)
Eine Glühbirne hängt von einem Balkon und sendet unentwegt eine Nachricht im Morsecode. Korrekt dechiffriert ergibt sich der Satz „CONCEPTUAL ART IS BORING“.
Lichtblick in die Vergangenheit
In Zusammenarbeit mit Maria Anwander (www.maria-anwander.net).
Die zweiteilige Installation besteht aus 12 Solarmodul-Ziffern auf dem Vordach und einem Lichtobjekt im Foyer der Wolfgang-Borchert-Schule in Berlin. Die LEDs sind direkt mit den Solarzellen auf dem Vordach verbunden und leuchten nur dann, wenn Licht auf die Ziffern trifft. Je nach Intensität der Sonneneinstrahlung mal heller, mal dunkler oder eben gar nicht.
Während die Ziffern auf dem Vordach die mittlere Entfernung zwischen Erde und Sonne als eine Astronomische Einheit (1 AE = 149.597.870.700 Meter) darstellen, verweist das Lichtobjekt im Inneren der Schule mit der Zeitangabe von 8 Minuten und 19 Sekunden auf die Dauer, die das Licht von der Sonne zur Erde benötigt.
Die negative Zeitangabe soll die Betrachter*innen dazu anregen, abseits physikalischer Größen über Zusammenhänge von Zeit, Simultanität, Vergangenheit und Vergänglichkeit nachzudenken. Denn alles, was wir sehen, ist ein – wenn auch sehr kurzer – Blick in die Vergangenheit. Wenn wir beispielsweise den Mond betrachten, so sehen wir ihn, wie er vor 1,28 Sekunden war, oder anders ausgedrückt: Würde die Sonne jetzt aufhören zu scheinen, würden wir dies erst in 8 Minuten und 19 Sekunden bemerken.
Eckdaten
https://www.rubenaubrecht.net
Installation, Konzeptkunst