Alice-Salomon-Hochschule
1. Rang und Realisierungsempfehlung, Matthias Braun, Billboard Pavillion
2.Rang, Martin Zellerhoff, Schwamm drüber - Demokratie ist lustig!
3. Rang, Susanne Pittroff, UPSTAIRS DOWNSTAIRS
Eckdaten
Wettbewerbsart
Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren
Teilnehmende
Laure Catugier, AGAMOGRAPH
Jürgen Drewer, Vernetzter Geist
Isabel Glathar, CONNECTIONS
Rainer Görß, Ania Rudolph, TAFELN sozial ökologisch geerdet
Sabine Hornig, Eine Frage der Gleichheit
Margit Klammer, und – unendlich
Michael Picke, Soziales–Natur–Netzwerk
Susanne Pittroff, UPSTAIRS, DOWNSTAIRS (3. Rang)
Martin Zellerhoff, Schwamm drüber - Demokratie ist lustig! (2. Rang)
Fachpreisrichter*innen
Käthe Kruse
Nasan Tur
Barbara Wille
Sachpreisrichter*innen
Bruno Vennes (BHBVT Gesellschaft von Architekten)
Bernd Jaeger (BHBVT Gesellschaft von Architekten)
Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Wettbewerbskoordination
Karl Karau
Preisgelder
Realisierungssumme:
194.500 €
Verfahrenskosten:
83.900 €
Aufwandsentschädigung:
2.225 €
Zum Wettbewerb
Die Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschlands größte staatliche SAGE-Hochschule, erweitert seit 2021 ihren Campus am Kokoschkaplatz in Marzahn-Hellersdorf um einen Neubau für rund 1.700 Studierende sowie 100 Mitarbeitende. Der vom Büro BHBVT geplante Gebäudekomplex besteht aus drei Bauabschnitten, darunter ein markanter zehngeschossiger Turm. Begleitend wird ein Kunst-am-Bau-Wettbewerb ausgelobt, dessen Werke einen identitätsstiftenden Bezug zur sozialen und architektonischen Umgebung der Hochschule herstellen sollen.
Teilnehmende
Matthias Braun, Billboard Pavillon
Der „Billboard Pavillon“ ist eine begehbare Skulptur im Mensahof der Alice Salomon Hochschule. Ausgangspunkt für den Entwurf sind große und prägnante Werbetafeln, deren Botschaften plakativ vermittelt und schnell wahrgenommen werden. Das Zitat Alice Salomons „TO MAKE THE WORLD A BETTER PLACE TO LIVE IN“ aus blattvergoldeten Lettern verweist zum einen auf die Vergangenheit von Alice Salomon und ist gleichzeitig höchst aktuell.
Laure Catugier, AGAMOGRAPH
Der Entwurf „AGAMOGRAPH“ ist eine mehrteilige Arbeit. Historische Fotografien und eine Illustration aus dem Alice-Salomon-Archiv werden in Ziehharmonika-Falttechnik präsentiert. Die Motive verändern sich je nach Blickwinkel. Die ovalen bzw. kreisrunden Arbeiten beziehen sich formal auf die Architektur des Gebäudes.
Jürgen Drewer, Vernetzter Geist
Die malerische Wandgestaltung im Foyer greift den Gedanken der Vernetzung und des Austauschs im Sinne des Leitbilds der Hochschule auf. Vernetzung und Dynamik sollen in einer abstrakten Darstellung versinnbildlicht werden. Die Farbe Rot steht für Energie, Dynamik und Emotion, Eigenschaften sind besonders im sozialen Bereich von großer Bedeutung sind.
Isabel Glathar, CONNECTIONS
Der Entwurf „CONNECTIONS“ ist ein dreiteiliges Wandprojekt im Foyer und in der Mensa der Alice Salomon Hochschule. Gezeigt werden Porträts und Namen von Frauen, die Alice Salomon inspirierten oder begleiteten und in ihren Lebenserinnerungen („Character is Destiny“) genannt werden. Die gewählte Rasterstruktur, Farben und Typografie greifen architektonische Elemente des Gebäudes auf. Namen und farbige Flächen verbinden Themen wie Vernetzung, soziale Gerechtigkeit und internationale Zusammenarbeit mit den Innenräumen der Hochschule.
Rainer Görß, Ania Rudolph, TAFELN sozial ökologisch geerdet
Zentral ist die Idee der „Tafel“ als Grundform sozialer und kultureller Kommunikation – von der Schultafel bis zur Esstafel – als Ort, an dem Wissen, Gesellschaft und Versorgung zusammenlaufen. Wand, Treppe und Mensa werden zu sozialen Diskursflächen, die Kunst, Alltag und Lehre verbinden. Durch partizipative Formate wird der Raum zum gemeinsamen Gestaltungs- und Reflexionsprozess.
Sabine Hornig, Eine Frage der Gleichheit
Sechs schwebende Aluminiumobjekte drehen sich als überdimensionales Mobile frei im Raum. Die Objekte nehmen Bezug auf das Leben und Wirken Alice Salomons. Die Arbeit thematisiert Gleichberechtigung, Bildung, soziale Verantwortung, Internationalität und gesellschaftliche Balance.
Margit Klammer, und – unendlich
Der Entwurf thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen Individualität und sozialer Verbundenheit. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Gemeinschaft in einer zunehmend individualisierten und digital geprägten Gesellschaft entstehen kann. Im Mensahof soll ein übergroßen liegendes &-Zeichen als Edelstahlskulptur entstehen, welche bepflanzt werden kann. In der Mensa soll das Unendlichkeitssymbol, aus vielen unterschiedlichen Steingutelementen zusammengesetzt werden. Die Form steht für Verbindung, Vielfalt und Kontinuität. Ergänzend thematisieren dreidimensionale Schriftzeichen und Satzzeichen Kommunikation und Beziehung.
Michael Picke, Soziales–Natur–Netzwerk
Der Entwurf „Soziales–Natur–Netzwerk“ verbindet Architektur, Natur und Aspekte des Leitbilds der Hochschule, insbesondere das Prinzip der Kooperation und des Austauschs. Inspiriert von unterirdischen Myzel-Strukturen übersetzt die Arbeit natürliche Kommunikations- und Versorgungsnetze in eine grafische Form. Im Foyer soll ein gefrästes Relief in Holzpaneelen entstehen, das als räumliches Netzwerk lesbar ist und die Aufenthaltsqualität verändert. In der Mensa wird das Prinzip als großflächiges Wandbild weitergeführt, das zusätzlich Kommunikation über textartige Fragmente („Was denkst du?“, „wir helfen euch“) ins Bild integriert.
Susanne Pittroff, UPSTAIRS, DOWNSTAIRS
Der Entwurf „UPSTAIRS, DOWNSTAIRS“ öffnet mit großformatigen Glaspaneelen symbolisch das Foyer und verbreitert die Fensterfront. Die Glasflächen zeigen abstrahierte Reflexionen eines Fensterkreuzes mit farblich verlaufenden Lichtstimmungen in Rot, Blau, Gelb und Grün. Ausgangspunkt ist ein Archivfoto von Alice Salomons Arbeitszimmer, dessen Lichtführung und Reflexionen den Entwurf prägen. Je nach Blickpunkt erscheinen die Paneele als getrennte oder zusammenhängende Bildfläche und erzeugen den Eindruck eines durchgehenden, mehrgeschossigen „lichten Vorhangs“.
Martin Zellerhoff, Schwamm drüber - Demokratie ist lustig!
Eine Hochschule wie die Alice Salomon Hochschule Berlin ist ein Ort des Diskurses, auf den gesellschaftliche Entwicklungen einwirken und an dem Lösungen für zentrale Fragen unserer Gesellschaft entstehen. Der Entwurf „Schwamm drüber – Demokratie ist lustig!“ sieht eine großflächige Wandgestaltung mit Tafelfarbe vor. In einem partizipativen Prozess werden die Flächen mit Texten versehen, die wie ein Palimpsest sichtbar bleiben und immer wieder überschrieben werden können.