Gad Adlershof

Preisträger*in

Holger Beisitzer, Wand-Texturen
Holger Beisitzer, Wand-Texturen
Olf Kreisel, Große Liegende mit Schultüte
Olf Kreisel, Große Liegende mit Schultüte
Jens Reinert, plOpp
Jens Reinert, plOpp

Eckdaten

Jahr
2024
Auslober
Treptow-Köpenick

Wettbewerbsart

Offener zweiphasiger anonymer Kunstwettbewerb

Teilnehmende

Holger Beisitzer, Wand-Texturen (Realisierungsempfehlung)
Olf Kreisel, Große Liegende mit Schultüte (Realisierungsempfehlung)
Jens Reinert, plOpp (Realisierungsempfehlung)
Martin Binder, Natternkopf und Warzenbeißer
Andrea Böning, Swallows‘ Yard in Adlershof
Frauke Boggasch, Personal Ghosts
Cisca Bogman/Oliver Störmer, Fingerübung
Wang Fu, Runde Formen
Dagmara Genda, Der Flieger
Christian Illi/Seulbi Kim, Interstellar Convergence
Sven Kalden, Drop City – Einstellraum
Zoltan Labas/An Seebach, Das fliegende Klassenzimmer
Mannstein/Vill, un möglich
Reiner Maria Matysik, Der versteinerte Wald
Florian Neufeldt, rutschen
Wouter Osterholt, Look up in the Sky
Nils R. Schultze/Felix Müller, der Traum vom Fliegen
Christiane ten Hoevel, Ich wünschte
Deborah Wargon/Svenja Teichert, Serendipitätslabor
Phillip Zach, Kapseln Hüllen Nester

Fachpreisrichter*innen

Stefka Ammon (Vorsitz)
Seraphina Lenz
Rainer Fest
Ulrich Vogl

Sachpreisrichter*innen

Marco Brauchmann (Bezirksstadtrat)
Andreas Ressel (AFF Architekten)
Carsten Sälzer (HOWOGE)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter

Kerstin Seltmann

Stellvertretende Sachpreisrichter*innen

Henrik Schrat (1. Phase)
Pfelder (2.Phase)

Wettbewerbskoordination

Helga Franz

Preisgelder

Realisierungssumme:
420.000 €

Verfahrenskosten:
129.000 €

Aufwandsentschädigung:
3.000 €

Zum Wettbewerb

Am Standort der Gemeinschaftsschule Adlershof im Bezirk Treptow–Köpenick wird im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive ein Neubau als Compartmentschule für bis zu 1.332 Schülerinnen und Schüler errichtet. AFF Architekten lieferten den Siegerentwurf des Planungswettbewerbs, und die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft ist an der Umsetzung beteiligt. Für diesen Neubau schreibt das Land Berlin in Abstimmung mit dem Bezirksamt Treptow–Köpenick einen Berlin- und Brandenburgweit offenen, zweiphasigen anonymen Wettbewerb für Kunst am Bau aus, um eine speziell für das Gebäude entwickelte künstlerische Gestaltung zu realisieren.

Teilnehmende

Holger Beisitzer, Wand-Texturen

Holger Beisitzer, Wand-Texturen

Realisierungsempfehlung
An den Wänden der Mensa/Aula werden Fliesen mit Buchstaben angebracht, die literarische Texte zum Thema „Essen“ aus verschiedenen Jahrhunderten zeigen. Die Kombination aus goldfarbenem Grund und roten Lettern erzeugt ein Muster, das sowohl dekorativ als auch inhaltlich erfahrbar ist.
Olf Kreisel, Große Liegende mit Schultüte

Olf Kreisel, Große Liegende mit Schultüte

Realisierungsempfehlung
Eine überlebensgroße Bronzefigur eines Schulanfängerkindes liegt mit Schultüte auf dem Gelände. Die Skulptur ist zugleich Erinnerungsobjekt, rätselhaftes Fundstück und Ort zum Verweilen.
Jens Reinert, plOpp

Jens Reinert, plOpp

Realisierungsempfehlung
Unterhalb der Landebrücke wird eine große, leicht gewellte Betonscheibe platziert, die wirkt, als sei sie aus dem Lichtkreis der Brücke herausgefallen. Das Objekt dient als künstlerischer Akzent, Treffpunkt und Spiel- bzw. Sitzgelegenheit.

Martin Binder, Natternkopf und Warzenbeißer

8 Klinker-Halbreliefs im Mensa- und Mehrzweckbereich, die Pflanzen und Tiere des benachbarten Schutzgebiets in starker Vergrößerung darstellen, sollen eine Verbindung zwischen Architektur und Natur des nahen Schutzgebiets schaffen. Die Reliefs erzählen Geschichten über die reiche Biodiversität, die das umliegende Ökosystem prägt und über die Rolle des Menschen als gestalterische Kraft des Biotops auf dem ehemaligen Motorflugplatz, das nur durch gezielte Beweidung und strenges Monitoring erhalten wird.
Andrea Böning_SwallowsYard in Adlershof

Andrea Böning, Swallows‘ Yard in Adlershof

Linien aus vergoldetem Aluminiumblech zeigen Flugbahnen von Schwalben und ziehen sich als Fries durch die Mensa. Die Arbeit verbindet Beobachtungen aus der Natur mit dem Thema Begegnung und verweist zugleich auf ökologische Aspekte und die Luftfahrttradition des Ortes.
Frauke Boggasch Personal Ghosts

Frauke Boggasch, Personal Ghosts

Der Entwurf verbindet die Filmgeschichte Johannisthals mit der Gegenwart, indem Schüler:innen eigene „Geisterfiguren“ als Fensteraufkleber gestalten. Ergänzend entstehen durch Glasätzungen oder Schwarzlotmalerei im Eingangsbereich schattenhafte Motive, die an Schattentheater erinnern und Emotionen sowie individuelle Vorstellungen sichtbar machen.

Cisca Bogman/Oliver Störmer, Fingerübung

Das zweiteilige Kunstwerk feiert die Sinnlichkeit und Vielfalt von Farben, die Lust am Klecksen und die elementare Handfertigkeit der Finger als erste „Werkzeuge“ menschlichen Schaffens. Die als mehrfarbige, plastische Wandobjekte gestalteten Farbkleckse prägen die Treppenhäuser C und A, markieren die Räume und können durch partizipative Mitgestaltung, z. B. mit Schülerinnen und Schülern, weiterentwickelt werden.
wang fu_runde formen

Wang Fu, Runde Formen

Der Entwurf sieht zwei große, unvollendete kreisförmige Betonskulpturen vor, die symmetrisch beidseits des Schuleingangs in die begrünten Abhänge eingebettet und wie schwebend installiert werden. Die Formen greifen die Architektur des Gebäudes auf, symbolisieren dialogischen Lernprozess und sollen zugleich als Aufenthalts- und Kommunikationsorte für die Schulgemeinschaft dienen.

Dagmar Genda_Der Flieger

Dagmara Genda, Der Flieger

Eine Skulptur in Form eines übergroßen Papierflugzeugs, gestaltet wie ein liniertes Blatt Papier, wird unter der Landebrücke aufgestellt. Sie verweist sowohl auf Kinderspiele als auch auf die Luftfahrtgeschichte von Adlershof und Johannisthal.
Christian Illi & Seulbi Kim_ Interstellar Convergence

Christian Illi/Seulbi Kim, Interstellar Convergence

Das Konzept umfasst je eine skulpturale Intervention mit klanglicher Komponente im Kunst- und Musikhof. Zwei vertikal ausgerichtete, flache metallene kreisrunde Becken, inspiriert von den heilenden Solfeggio-Frequenzen, sollen installiert werden. Diese können zu bestimmten Zeiten in Schwingung versetzt werden – an- und abschwellender Gong (Idiophon) – und Klänge und Harmonien erzeugen, die mit der Architektur im Raum korrespondieren sollen und die Schule als integrativen, diskursiven und (inter)planetaren Schnittpunkt begreifen.

Sven Kalden_ Drop City

Sven Kalden, Drop City – Einstellraum

rgeschlagen wird ein geodätischer Raum aus recycelten Materialien, der sich an Vorbildern wie Drop City und der retro-futuristischen Architektur Adlershofs orientiert. Die Kuppel greift die Ideen der Hippie- und Ökologiebewegung auf, verkörpert gemeinschaftliches, basisdemokratisches Leben und nachhaltiges Bauen und kann flexibel umgenutzt und erweitert werden. Sie soll als gebaute Utopie zum Nachdenken über eine ökologische, selbstbestimmte und gemeinschaftliche Zukunft anregen.

Zoltan Lavas und An Seebach_Das Fliegende Klassenzimmer.png

Zoltan Labas/An Seebach, Das fliegende Klassenzimmer

„Das fliegende Klassenzimmer“ richtet einen Unterrichtsraum der Gemeinschaftsschule Adlershof mit gebrauchten Schulmöbeln aus verschiedenen Zeiten und Ländern ein, sodass Schule selbst zur künstlerischen Erfahrung wird. Die flexible, vielfältige Ausstattung lädt Lernende auf eine Reise durch Raum, Zeit und pädagogische Geschichte ein und regt zur Reflexion über Bildung, Herkunft und gesellschaftliche Unterschiede an. Text-Bild-Tafeln und historische Lernmittel vertiefen das Verständnis und machen den Unterricht zu einem lebendigen Schulmuseum.
Mannstein & Vill_un möglich

Mannstein/Vill, un möglich

Der Entwurf platziert ein Zitat von Arthur C. Clarke als großformatigen Text im Übergang zwischen zwei architektonischen Ebenen, sodass es räumlich zwischen „oben und unten“ wirkt. Die Installation soll Schüler*innen und Besucher*innen dazu anregen, über Grenzen hinauszudenken und die Schule als inspirierenden Ort für kreatives und visionäres Denken wahrzunehmen.

Reiner Maria Matysik, Der versteinerte Wald

Um alle vor dem Gebäude im südlichen Eingangsbereich geplanten Stützen werden aus Kunststein Strukturen von fossilen Baumstämmen modelliert, so dass es erscheinen soll, als trügen versteinerte riesige Schachtelhalme und andere urzeitliche Pflanzen das Plateau. Material und Oberfläche lassen die Objekte naturgetreu als eine Versteinerung oder einen natürlichen Fels erscheinen. Der versteinerte Wald soll den Eingangsbereich so verändern, dass er erscheint, als würde er von versteinerten Baumstämmen getragen.

Florian Neufeldt, rutschen

Für den Klanghof oder den Kunsthof werden 4–5 Skulpturen vorschlagen. Die in Bronze übertragenen gelben Sweatshirts sitzen auf verschiedenen Höhen an den Ständern der Laubengänge. Das figürliche Ensemble soll an Rutschstangen denken lassen.
Wouter Osterholt_Eyes in the sky

Wouter Osterholt, Look up in the Sky

Die Installation soll die kreisrunden Durchbrüche der Landungsbrücke verstärken und zu einem starken visuellen Wahrnehmungsinstrument transformieren, mit Teilhabeerfahrung an Architektur und Umwelt. n die Stirnkante wird über die gesamte Materialdicke der Betonplatte hochpoliertes, stark spiegelndes Edelstahlblech installiert. Die Bleche sind minimal nach oben geneigt, so daß sich aus der unteren und oberen Geschossebene gesehen, der Himmel mit seinen Wolkenbewegungen spiegelt.

Nils R- Schulze und Felix Müller  Der Traum vom Fliegen

Nils R. Schultze/Felix Müller, der Traum vom Fliegen

Christiane ten Hoevel, Ich wünschte

Deborah Wargon/Svenja Teichert, Serendipitätslabor

Phillip Zach, Kapseln Hüllen Nester