Amtshaus Buchholz

Preisträger*in

Volker Henze, ‘Fenster in die Vergangenheit‘ – Schichtungen in die Gegenwart – Kunst als Kommentar
Volker Henze, ‘Fenster in die Vergangenheit‘ – Schichtungen in die Gegenwart – Kunst als Kommentar

Eckdaten

Jahr
2023
Auslober
Pankow

Wettbewerbsart

Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb

Teilnehmende

Volker Henze, Fenster in die Vergangenheit – Schichtungen in die Gegenwart – Kunst als Kommentar (Realisierungsempfehlung)
Nasser Hussein, o.T.
Juliane Laitzsch, EIN NEUER ANFANG – IMMER WIEDER WANDINTARSIE MIT ACHATSCHEIBEN (2. Rang)
Gabriela Vasquez Pacheco, Ein Spaziergang durch Buchholz
Witold Stypa, Der QR-Code Pankows
Frank Michael Zeidler, Triptychon und Wappen

Fachpreisrichter*innen

Harriet Groß (Künstlerin)
Klaus Killisch (Künstler)
Prof. Mark Lammert (Künstler)
Dr. Dorothea Schöne (Kunsthistorikerin, Kuratorin, Vorsitz)

Sachpreisrichter*innen

Volker Domroes (FFP Architekten Domroes Wolf GbR)
Dominique Krössin (Bezirksamt Pankow von Berlin, Bezirksstadträtin für Soziales und Gesundheit)
Dr. Susanne Willen (Landesdenkmalamt Berlin)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter

Ulrike Seyboth (Künstlerin)

Wettbewerbskoordination

Anke Paula Böttcher (Bezirksamt Pankow von Berlin, Abt. Finanzen, Personal, Weiterbildung und Kultur, Wirtschaftsförderung, Amt für Weiterbildung und Kultur, Fachbereich Kunst und Kultur, Mitarbeiterin Galerie Pankow / Kunst im öffentlichen Raum)

Preisgelder

Realisierungssumme:
20.500 €

Verfahrenskosten:
11.133 €

Aufwandsentschädigung:
1.200 €

Zum Wettbewerb

Aufgabe war es, eigen­ständige Entwürfe für eine künst­lerische Ge­stal­tung zu ent­wickeln, welche den Haupt­eingangs­bereich akzentuiert. Der Eingangs­bereich ist ein stark frequen­tierter, schmaler Raum, über den die Erschließung des Gebäudes erfolgt. Die Kunst soll dazu beitragen, den Raum hell, offen und freund­lich zu erleben, die Besucher*innen und Nutzer*innen des Gebäudes will­kommen zu heißen und sie durch den Raum hin­durch in die jeweiligen Gebäude­teile zu geleiten. 
Die Geschichte des Gebäudes findet sich auch in den vielen Farb­schichten der Bestands­wände, welche an aus­gewählten Stand­orten als „Fenster in die Vergangen­heit“ sichtbar bleiben sollen. Diese ables­baren Spuren und Zeichen der ver­schie­denen Nutzer:innen erzählen eine Geschichte des Gebäudes, die sich nach der Sanierung fort­schreibt. Die Kunst soll mit dem Thema „Schichtungen“ diesen Aspekt aufgreifen

Teilnehmende

Volker Henze, ‘Fenster in die Vergangenheit‘ – Schichtungen in die Gegenwart – Kunst als Kommentar

Volker Henze, Fenster in die Vergangenheit – Schichtungen in die Gegenwart – Kunst als Kommentar

Realisierungsempfehlung

Der Entwurf beinhaltet drei Interventionen für den Bearbeitungsbereich, die freigelegte historische Schichten mit künstlerischen Elementen aus Spiegel- und Farbflächen kombinieren, welche den Durchgang akzentuieren und mit den Passant*innen interagieren. Ergänzt wird die Arbeit durch ein komplexes Gestaltungskonzept (Farbgebung, Beleuchtung und Möblierung) als Empfehlung.

Nasser Hussein_o.T.

Nasser Hussein, o.T.

Vorgeschlagen werden Wandmalereien für die Wände des Durchgangs und eine skulpturale Setzung. Die motivische Kombination von Mensch, Pflanze und Tier soll eine zeitlose Verbindung und eine poetische Dimension vermitteln. Die Wandgemälde beziehen freigelegte historische Farbschichten ein und stellen einen Bezug zwischen unterschiedlichen Zeitschichten sowie zum Thema der Aufgabenstellung her. Ergänzend zur Gestaltung der Wände ist an der Decke im vorderen Bereich des Durchgangs eine beleuchtete Skulptur geplant. 

Juliane Laitzsch_EIN NEUER ANFANG – IMMER WIEDER WANDINTARSIE MIT ACHATSCHEIBEN

Juliane Laitzsch, EIN NEUER ANFANG – IMMER WIEDER WANDINTARSIE MIT ACHATSCHEIBEN

2. Rang

Vorgeschlagen wird eine Wandgestaltung aus 50 Achat-Scheiben, die als Wandintarsien in Wände eingelassen und mit einem unregelmäßigen Netz aus hellgrünen Linien zeichnerisch verbunden werden sollen. Die pink schimmernden Quarz-Scheiben sind wie Leuchtpunkte auf der Wand verteilt. Mit ihrem Streifenmuster, welches durch rhythmische Kristallisation entsteht, verkörpern sie selbst wieder Schichtungen, die weit in die Vergangenheit weisen und erst durch Freilegung aus Gesteinen gewonnen werden. Das in hellem Grün angelegte Liniennetz, das die Achate verbindet, soll die vielfältige Nutzung des Hauses und deren Verbindungen untereinander spielerisch und dynamisch aufnehmen.

Gabriela und Emile Vasquez Pacheco_Ein Spaziergang durch Buchholz

Gabriela Vasquez Pacheco, Ein Spaziergang durch Buchholz

Der Entwurf verweist durch ein räumlich-plastisches Linienspiel an den beiden Wänden des Durchgangs auf mußevolle Spaziergänge. Die für die Wände und die darauf angebrachten Linien verwendeten Farbtöne sind inspiriert von der historischen Farbgebung der „Fenster in die Vergangenheit“. Die Hintergrundfarben gliedern die Wand in ein Oben und Unten. Das Farbspiel des Hintergrundes wird im „Linienspiel“ aufgegriffen. Das „Linienspiel“ besteht aus plastisch durch einen Stuckateur herausgearbeiteten gewinkelten Linien, die sich auf der linken Wand teilweise überlagern oder aus der Wand (und den Vorsprüngen) heraustreten und an anderer Stelle wieder hineinfließen. Es ergibt sich so eine lineare Struktur, die aus der Vogelperspektive an zurückgelegte Wegstrecken erinnert.

Witold Stypa_Der QR-Code Pankows

Witold Stypa, Der QR-Code Pankows

Vorgeschlagen werden Wandgestaltungen in Form mehrfarbiger Lichtkörper, die gleichzeitig als Raumbeleuchtung dienen können. Herleitung und Rezeption der Objekte ergibt unter Aufgreifen von Aspekten der Quantenphysik in der Gesamtschau eine sogenannte „real-imaginäre 5D-Skulptur“. Die Arbeit bezieht sich auf eine 1921 entwickelte Theorie des Physikers Theodor Kaluza, der die vierdimensionale Raumzeit der allgemeinen Relativitätstheorie um eine weitere raumartige Dimension erweiterte. Mehere QR-Codes in Leuchtkästen führen geografischen Koordinaten von 24 ausgewählten Orten im Bezirk Pankow, die real erlaufen werden können. Ein zweiter Leuchtkasten an der Wand unterhalb der Treppe zeigt 24 Motive, auf der Grundlage von Google-Sky die die o.g. 24 Punkte auf der Erde mit je einer Himmelskoordinate verbunden hat. Die Darstellung bildet „ein quantenverschränktes und derzeit nur in der Phantasie begehbares Gegenstück am Himmel mit einer Ausdehnung von etwa 7 auf 10 Milliarden Lichtjahren“
 

Frank Michael Zeidler_Triptychon und Wappen

Frank Michael Zeidler, Triptychon und Wappen

Für die linke Wand des Durchgangs wird ein dreiteiliges Bildensemble – das „Triptychon“ – und für die darüberliegende Wand in der ersten Etage ein kleineres Werk mit dem Titel „Wappen“ vorgeschlagen. Beide Wände, an denen die Objekte installiert werden, erhalten einen Anstrich in einem ,grünlichen Blau‘, das der bauzeitlichen zweiten Schicht entspricht. Die vier in die Wand integrierten Objekte erzählen in je vier übereinander gelagerten, semitransparenten Bildern eine „Geschichte einer Schichtung“. Sie bestehen aus jeweils zwei Glasplatten, die beidseitig mit Motiven im UV-Direktdruck-Verfahren bedruckt sind und bündig in das Mauerwerk eingelassen werden. Die vier Bildschichten ergeben voreinander gesetzt ein Gesamtbild, das mit Durchsichten und Verdeckungen arbeitet.