Erinnerungszeichen Translateur

Preisträger*in

Das realisierte Kunstwerk "Ewiger Anklang" von Chelsea Leventhal © Copyright: Katinka Theis
Das realisierte Kunstwerk "Ewiger Anklang" von Chelsea Leventhal © Copyright: Katinka Theis
Renate Herter, Was bleibt
Renate Herter, Was bleibt

Eckdaten

Jahr
2023
Auslober
Land Berlin

Wettbewerbsart

Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb

Teilnehmende

Renate Herter, "Was bleibt" (Realisierungsempfehlung)
Klaas Hübner, O.T.
Edith Kollath, lingering
Chelsea Leventhal, "Ewiger Anklang" (Nachrücker*in)

Fachpreisrichter*innen

Volker Andresen (Vorsitz)
Kerstin Ergenzinger
Timo Kahlen
Zorka Wollny

Sachpreisrichter*innen

Christina Vodosek (Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, Baumanagement)
Tobias Dollase (Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Weiterbildung und Kultur, Tempelhof-Schöneberg von Berlin)
Barbara Esch Marowski (Leiterin der kommunalen Galerien Tempelhof-Schöneberg von Berlin, HAUS am KLEISTPARK)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter

Stephanie Hanna

Wettbewerbskoordination

Katinka Theis

Preisgelder

Realisierungssumme:
45.000 €

Verfahrenskosten:
18.000 €

Aufwandsentschädigung:
1.500 €

Zum Wettbewerb

Siegfried Translateur (1875–1944) war ein deutscher Komponist und Kapellmeister. Bekannt wurde er mit dem Walzer „Wiener Praterleben“, der durch das Berliner Sechstagerennen als „Sportpalastwalzer“ populär wurde. Aufgrund der Nürnberger Gesetze wurde er als „jüdischer Mischling“ diskriminiert, aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen und musste seinen Verlag liquidieren. 1943 wurde er nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Zur Erinnerung an ihn wurde ein Kunstwettbewerb für ein Klang Denkzeichen in Berlin ausgelobt.

Teilnehmende

Renate Herter, Was bleibt

Renate Herter, "Was bleibt"

Realisierungsempfehlung
Das interaktive Klangzeichen verbindet ein Bodenvisual mit musikalischer Interaktion, bei der Musik-Schüler:innen und Studierende regelmäßig Live-Konzerte des Walzers „Wiener Praterleben“ spielen und improvisieren, um die Erinnerung an Komponist Siegfried Translateur lebendig zu halten. Die Noten-Lineatur auf dem Platz verweist auf den historischen Standort des Sportpalasts und macht Leerstellen der Erinnerung sichtbar. Ergänzt wird das Projekt durch eine Website mit Informationen zu Translateur, seinem Werk und den Konzerten, umgesetzt in Kooperation mit Musikschulen und der Universität der Künste.
Klaas Hübner_o.T.

Klaas Hübner, O.T.

Das Kunstwerk ist eine 3,8 Meter hohe Stahlsäule mit integrierter Spieluhr, die per Handrad den Refrain des Sportpalast-Walzers („Wiener Praterleben“) als verspielten Kanon erklingen lässt. Aluminiumreliefs an der Säule zeigen Szenen aus dem Leben des Komponisten Siegfried Translateur – von Walzertänzern bis zu Radrennen –, während eine parkettartige Holzbank zum Verweilen einlädt. Das Denkmal feiert Translateurs Werk als lebendige Hommage an Musik, Tanz und Freude, verbunden mit der Architektur des historischen Sportpalasts.
Edith Kollath_lingering

Edith Kollath, lingering

Das Kunstwerk besteht aus sieben Findlingen, die als interaktiver Soundparcours auf dem Vorplatz des Pallasseums arrangiert sind. Jeder Stein enthält wetterfeste Lautsprecher und wird per Handkurbel aktiviert – die Drehbewegung erzeugt Strom und spielt Klangcollagen ab, darunter Walzer von Translateur, historische O-Töne und zeitgenössische Sounds.
Chelsea Levental_Ewiger Anklang

Chelsea Leventhal, "Ewiger Anklang"

Nachrücker*in
Das Kunstwerk „Ewiger Anklang“ kombiniert eine elektroakustische Komposition mit einer Bodeninstallation aus pigmentierten Betonplatten, die die Schrittfolge des Wiener Walzers darstellen – die Schuhabdrücke verblassen allmählich und symbolisieren so das Verschwinden von Erinnerung. Vier QR-Codes ermöglichen den Zugang zu einer mehrsprachigen Audioerzählung, die Translateurs Musik mit seiner Biographie als jüdischer Künstler im Nationalsozialismus verbindet.