Mierendorff-Rundweg
Preisträger*in
Eckdaten
Wettbewerbsart
Offener zweiphasiger anonymer Kunstwettbewerb
Teilnehmende
Hans Aescht, Jani
Holger Beisitzer, Anlandung
Martin Binder, Spitzenplatz
Adib Fricke, Mierendorff-Panorama
Ina Geissler / Fabian Lippert, Mann mit Koffern (Nachrücker*in)
Werner Klotz, FARBTROMMEL- COLOR MOBILIS
Stephan Kurr, Der blaue Eimer
Ulrich Vogl, Ballet der Windsäcke
Nikolai von Rosen, Im Wendekreis des Mopses
Fachpreisrichter*innen
Manaf Halbouni
Pia Lanzinger (Vorsitz 2. Phase)
Ulrike Mohr (Vorsitz 2. Phase)
Sachpreisrichter*innen
Elke von der Lieth (Fachbereich Kultur)
Lutz Lienke (Jugendkunstschule Charlottenburg-Wilmersdorf)
Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Wettbewerbskoordination
Veronike Hinsberg
Preisgelder
Realisierungssumme:
180.000 €
Verfahrenskosten:
70.000 €
Aufwandsentschädigung:
2.000 €
Zum Wettbewerb
Die Mierendorff-Insel in Charlottenburg-Wilmersdorf soll im Rahmen eines langfristigen Entwicklungsprojekts durch den 5,2 km langen INSEL-Rundweg aufgewertet werden, der zu einem Kunst- und Fitnessparcours mit hoher Aufenthaltsqualität ausgebaut wird. Dabei entstehen neue Grün- und Freizeitflächen für die wachsende Bevölkerung, während Kunstwerke den Weg künstlerisch und identitätsstiftend prägen sollen. Für den Teilbereich „Inselspitze Tegeler Weg“ wird hierzu ein berlinweit offener, zweistufiger Kunstwettbewerb ausgelobt.
Teilnehmende
Peter Sandhaus, Kieloben in den Sonnenuntergang
Die Intervention bietet einen erhöhten, einladenden Ort aus Holz, an dem Menschen den Sonnenuntergang genießen und sich im Kiez treffen können. Zugleich offenbart die bootähnliche Form – kieloben – eine subtile, nachdenklich machende Anspielung auf die Klimakrise, die die idyllische Stimmung bricht und Fragen nach Verantwortung und Hoffnung in den öffentlichen Raum trägt.
Hans Aescht, Jani
Die 9m hohe Skulptur in Form eines Doppel-X am Eingang des Mierendorff-Rundwegs markiert einen Nullpunkt, von dem aus Besucher*innen die Umgebung wahrnehmen, und bildet zugleich ein Tor sowie einen sphärischen, kollektiven Raum für Begegnung und Entspannung. Sie verbindet räumliche Orientierung und soziale Nutzung – Sitzen, Flanieren, Natur genießen – mit künstlerischer Abstraktion des Begriffs Freude.
Holger Beisitzer, Anlandung
Die Stahlskulptur zeigt zwei pink leuchtende Figuren, die wie Forscher aus einer anderen Welt wirken und zur Reflektion über „Botschafter“ und „Eindringlingen“ anregen möchte. Durch ihre auffällige Farbe und matt leuchtende Helme wird ein kontrastreicher Blickfang geschaffen, der sowohl aus der Ferne sichtbar ist als auch die Umgebung subtil reflektiert.
Martin Binder, Spitzenplatz
Die Skulptur ist eine spielerisch gestaltete Laufbahn: Eine Metallkonstruktion eines 4 m hohem roten Looping wir kombiniert mit sanften Hügeln aus durchgefärbtem Asphalt, die auf der Nordwestspitze der Mierendorffinsel Sitz-, Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten bietet. Sie verbindet Sport, Bewegung und Kunst, lädt zum Ausprobieren ein, untergräbt den Leistungsgedanken und wirkt gleichzeitig als weithin sichtbares, markantes Orientierungselement der Insel.
Adib Fricke, Mierendorff-Panorama
Die begehbare, farblich markante Skulptur mit oval angeordneten Sitzstufen in vier Höhen schafft einen sozialen Treffpunkt und eröffnet vielfältige Blickbeziehungen zur Inselspitze am Tegeler Weg. Als umgestülpte Stadionform lädt sie zum Beobachten, Austauschen und gemeinsamen Verweilen ein und macht das bewusste Schauen selbst zum Bestandteil des Kunstwerks.
Ina Geissler / Fabian Lippert, Mann mit Koffern
Die 7 m hohe Skulptur erinnert an den Sozialdemokraten und Widerstandskämpfer Carlo Mierendorff und setzt seinem mutigen Einsatz gegen Faschismus, Propaganda und Gewalt ein sichtbares Zeichen. Die auf Bodenhöhe stehende, von hinten offen gestützte Stahlplatte zeigt Mierendorff nach seiner Gestapohaft und verweist zugleich auf heutige Themen wie Verletzlichkeit, Flucht, Zivilcourage und den Umgang mit regressiven gesellschaftlichen Strömungen.
Werner Klotz, FARBTROMMEL- COLOR MOBILIS
Der Entwurf zeigt eine 6 m hohe interaktive Skulptur, deren innere farbig lackierte Trommel durch drei Sportgeräte in Bewegung gesetzt wird. Nutzer*innen können so aus einer gemeinschaftlich entwickelten Farbpalette eigene Kompositionen erzeugen. Die pulverbeschichtete Außenhülle und der spiegelnde Innenraum erzeugen tagsüber vielschichtige Farbreflexionen, nachts wird die Skulptur von innen illuminiert und wirkt als sozialer Treffpunkt sowie weithin sichtbare Landmark.
Stephan Kurr, Der blaue Eimer
Die Skulptur eines übergroße blaue Eimer liegt wie zufällig an der Inselspitze und fasst die Weite des Ortes trichterförmig ein und soll als markantes Zeichen einen neuen Treffpunkt mit narrativem Potenzial schaffen. Durch seine Größe und Zweckentfremdung lädt er zur körperlichen Aneignung, Interpretation und spielerischen Nutzung ein und verleiht dem Standort eine prägnante Identität.
Ulrich Vogl, Ballet der Windsäcke
Der Entwurf zeigt eine bewegte, sich jährlich verändernde Skulptur, deren farbige Windsäcke wie ein lebendiges Ensemble auf Wind reagieren und dadurch Schönheit, Technik und Wandelbarkeit verbinden. In Workshops von Anwohner*innen gestaltet, fungiert die Arbeit als sozialer Treffpunkt, performativer Ausstellungsraum und wachsendes, sich im Quartier weiterverzweigendes Gemeinschaftsprojekt.
Nikolai von Rosen, Im Wendekreis des Mopses
Das Kunstwerk setzt an der Inselspitze einen farbig pigmentierten, monolithischen Betonblock, in den tierische Positiv- und Negativformen wie der Kopf eines Mops, Vögel und ein Tierschwanz eingearbeitet sind und der dadurch eine skulpturale Irritation im Landschaftsraum erzeugt. Es reagiert auf die besondere Lage zwischen den Kanälen, markiert den Ort als zeichenhafte Landmarke und reflektiert das zukünftige Verhältnis von Mensch und Tier im neu definierten Naherholungsraum.