Schulneubau der Gustav-Heinemann-Oberschule
Preisträger*in
Eckdaten
Wettbewerbsart
Offener zweiphasiger anonymer Kunstwettbewerb
Teilnehmende
Holger Beisitzer, Unterstützende Struktur
Eva Berendes, Peacock Curtains
Monika Goetz, Ich-Du-Wir
Irene Pätzung, Valentin Hertweck, Hear, Hear
Jozef Legrand, Meeting Ground
Tyyne Claudia Pollmann, Happy Places
Roman Roth, Kunstspiegel
Peter Sandhaus, o.T.
Ingo Schrader, Raumwolke
Fachpreisrichter*innen
Henrik Mayer
Robert Patz (Vorsitz)
Eva Schmidhuber
Michaela Nasoation
Sachpreisrichter*innen
Matthias Steuckardt (Stadtrat für Bürgerdienste, Soziales und Senioren)
Alexander Koblitz (Architekt)
Carsten Hintze (Schulleitung)
Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Stellvertretende Sachpreisrichter*innen
Wettbewerbskoordination
Oscar Ardila
Preisgelder
Realisierungssumme:
141.240 €
Verfahrenskosten:
28.760 €
Aufwandsentschädigung:
2.000 €
Zum Wettbewerb
Die Aufgabenstellung schlug im Rahmen des Schulneubaus verschiedene Standorte im Innen- und Außenbereich vor und lud die teilnehmenden Künstler: innen ein, auf Inhalt, Nutzung, Namensgeber und Geschichte der Oberschule einzugehen, die von Bezügen zu Japan über Sprachbildung bis hin zu musikalischen Themen reichten.
Teilnehmende
Erik Göngrich, Aurelia Markwalder, ALLES ALLEN
Schüler:innen gestalten 85 x 85 cm große Tafeln aus Materialien der alten Schule, die mit Begriffen wie „Erfahrung“ oder „Manifest“ versehen und in der Schule verteilt werden. Der Entwurf verbindet Vergangenheit und Zukunft und setzt auf kollektive Gestaltung.
Holger Beisitzer, Unterstützende Struktur
Der Entwurf sieht eine offene, quaderförmige Struktur aus Gerüststangen vor, die auf drei Masten über dem Vorplatz installiert wird und als Symbol für Entwicklung, Veränderung und unterstützende Strukturen dient. In ihrer bewussten Unfertigkeit soll die Skulptur zum Nachdenken über Prozesse des Werdens und Seins anregen und die Schule als Ort des offenen, dynamischen Lernens widerspiegeln.
Eva Berendes, Peacock Curtains
Der Entwurf sieht drei großformatige, farbig gestaltete Textilvorhänge vor, die frei in der Forumshalle positioniert werden und sich flexibel öffnen und schließen lassen. Im offenen Zustand fungieren sie als raumprägende textile „Bilder“, im geschlossenen Zustand als säulenartige Elemente, wodurch sie unterschiedliche Nutzungen ermöglichen und in einen dynamischen Dialog mit Architektur und Schulgemeinschaft treten.
Monika Goetz, Ich-Du-Wir
Sitzmöbel aus rötlichem Recyclingbeton mit Bezug zum Sprachprogramm der Schule. Der Entwurf schlägt vor, die Personalpronomen „ich“, „du“ und „wir“ in verschiedenen Sprachen als skulpturale Sitzelemente im Außenbereich der Schule zu installieren. Die Gestaltung soll die internationale Ausrichtung der Schule widerspiegeln, insbesondere das Angebot von Japanisch als Fremdsprache, und zugleich individuelle, zwischenmenschliche und gemeinschaftliche Perspektiven sichtbar machen.
Irene Pätzung, Valentin Hertweck, Hear, Hear
Der Entwurf sieht eine skulpturale Sitzgruppe vor, die an ein „umgestülptes Parlament“ erinnert und durch ihre Formensprache den öffentlichen Raum symbolisch zum Redner macht. Die Installation soll Nutzer*innen auf ihre aktive Rolle im demokratischen Miteinander aufmerksam machen und den Vorplatz zu einem performativen Raum verwandeln, in dem gesellschaftliche Verantwortung reflektiert werden kann.
Jozef Legrand, Meeting Ground
Der Entwurf beschreibt eine interaktive skulpturale Installation im Pausenhof, die als farbig facettierter „Felsen“ verschiedene Nischen und Ebenen bietet und dadurch vielfältige Formen des Sitzens, Liegens und Zusammenkommens ermöglicht. Als soziale Skulptur versteht sie sich als offenes Kommunikationssystem, das den Austausch fördert und Jugendlichen einen frei interpretierbaren Raum für Begegnung, Dialog und gemeinsames Erleben bietet.
Tyyne Claudia Pollmann, Happy Places
Der Entwurf „HAPPY PLACES“ sieht mehrere offene Aufenthaltsräume im Außenbereich vor, die wettergeschützte, kreativ nutzbare Zonen wie ein Studio, eine Naturhütte und Entspannungsinseln umfassen. Als flexibel bespielbare Orte soll die Installation künstlerische, wissenschaftliche und soziale Aktivitäten im Freien ermöglichen und durch die Nutzung der Schüler*innen kontinuierlich neu gestaltet und aktiviert werden.
Roman Roth, Kunstspiegel
Der Entwurf beschreibt eine interaktive LED-Glaswand im Windfang der Schule, die mithilfe eines Algorithmus Bilddatenbanken durchsucht und – abhängig von der Anzahl und Position der anwesenden Personen – passende Motive einblendet. Die Installation verbindet Kunst, Technologie und pädagogische Aspekte, passt sich ständig ihrer Umgebung an und macht das Foyer zu einem lebendigen, identitätsstiftenden Ort, der sowohl im Alltag als auch bei besonderen Anlässen genutzt werden kann.
Peter Sandhaus, o.T.
Der Entwurf sieht ein großes, goldenes Kranich‐Deckenobjekt in der Forumshalle vor, zusammengesetzt aus über tausend kleinen Messingkranichen, die zuvor von allen Schüler*innen in einem mehrwöchigen Workshop selbst gefaltet und mit individuellen, im Inneren verborgenen Wünschen versehen werden. Das Werk verbindet die Friedenssymbolik des Origami-Kranichs mit dem humanistischen Anspruch der Schule und schafft durch die aktive Beteiligung der gesamten Schülerschaft ein starkes Identifikationsmoment und ein dauerhaftes Zeichen gemeinsamer Hoffnung.
Ingo Schrader, Raumwolke
Der Entwurf beschreibt eine schwebende „Raumwolke“ aus gebogenen Messingrohren, die in der zentralen Forumshalle installiert wird. Die leichte, skizzenhafte Struktur setzt einen poetischen Gegenakzent zur klaren Architektur und lenkt den Blick auf den Zwischenraum als Ort von Möglichkeiten. Inspiriert vom japanischen Konzept „Ma“ – der bedeutsamen Leere zwischen Dingen – betont die Installation den Wert von Raum, Zeit und Wahrnehmung für Lernen und Entwicklung.