Integrierte Sekundarschule Mahlsdorf

Eckdaten

Jahr
2019
Auslober
Marzahn-Hellersdorf

Wettbewerbsart

Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren

Teilnehmende

Martin Pfahler, Penrose Matrix (1. Rang, Realisierungsempfehlung)
Martin Binder, Polyphon
Jenny Brockmann, Color It
Mareike Drobny, Spiegel zur Stadt – Verbindung zur Stadt
Alexander Habisreutinger, Modulares Astgeflecht (3. Rang)
Annette Hollywood, o.T.
Bettina Khano, Reflexion
Betina Kuntzsch, B-M-Pf 2020
Roberto Uribe Castro, Zukunft braucht Erinnerung
Klaus Weber, Balanced Rocks (2. Rang, Nachrücker*in)

Fachpreisrichter*innen

Monika Goetz (Vorsitz)
Kai Schiemenz
Katinka Theis
Albert Weis

Sachpreisrichter*innen

Jan Herres (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen)
Gordon Lemm (Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Jugend und Familie)
Andreas Krawczyk (NKBAK Architekten)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter

Vanessa Henn

Wettbewerbskoordination

Lisa Vanovitch

Preisgelder

Realisierungssumme:
119.500 €

Verfahrenskosten:
35.000 €

Aufwandsentschädigung:
2.000 €

Zum Wettbewerb

In Mahlsdorf entsteht im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive eine integrierte Sekundarschule mit Schulgebäude, Dreifachsporthalle und Außensportanlagen in modularer Schnellbauweise. Das lichtdurchflutete, offene Gebäude wird vom Büro NKBAK geplant und soll bereits 2019 fertiggestellt werden. Begleitend wird ein Wettbewerb für „Kunst am Bau“ ausgelobt, um eine künstlerische Arbeit zu realisieren, die sich mit den räumlichen, sozialen und architektonischen Aspekten des neuen Schulstandorts auseinandersetzt.

Teilnehmende

Martin Pfahler, Penrose Matrix

1. Rang, Realisierungsempfehlung
Der Vorschlag hat einen Bezug zwischen dem Schulvorplatz und dem Foyer. Das Modularsystem des Schulbaus bezog Pfahler auf elementare Formüberlegungen des Mathematikers Roger Penrose von geo- metrischen Mustern unendlicher Varianz (1974), die sowohl Ordnung als auch Unordnung aufweisen. Dieses Formenspiel nutzt der Vorschlag zur Schaffung zweier Edelstahlobjekte: einer geschwungenen skulpturalen Strukturwand auf dem Vorplatz und einer sich über die drei Geschosse im Foyer erstreckenden Wandarbeit einer Kreiskontur aus Edelstahlrhomben.

Martin Binder, Polyphon

Der Künstler griff für seinen Vorschlag das zentrale Treppenhaus auf, in das sich ein technisch wirkendes Netzwerk aus fünf Sprachrohren wie eine abstrakte, lineare Skulptur einfügen sollte. Trichter sollten die Kommunikation zwischen den Geschossen von einem Ende zum anderen des jeweiligen Rohrs ermöglichen. Mit seiner Installation wollte der Künstler die Meinungsfreiheit und ein respektvolles Miteinander in der Demokratie ansprechen.

Jenny Brockmann, Color It

Eine Verbindung zwischen Schulhaus und Schulhof schlug die Künstlerin mit ihrem Konzept vor, das durch eine vollflächige Folienbeklebung der Fenster den Flur der 3. Etage in einen Farbraum verwandeln und beleben sollte. Das gleiche transparente Farbspiel wurde auch einem Kugelpavillon auf dem Schulhof mit Plexiglasscheiben eingefügt.

Mareike Drobny, Spiegel zur Stadt – Verbindung zur Stadt

Der Verbindung von Stadtraum und Schulhaus widmete sich der Vorschlag, der mit grafischen Einschreibungen auf dem Vorplatz und im Schulfoyer die Bewegungsläufe der Schüler*innen und des Schulpersonals analysieren wollte.

Alexander Habisreutinger, Modulares Astgeflecht

3. Rang
Über der zentralen Treppenhalle wollte der Künstler wie „Modulares Astgeflecht“ repräsentatives und surreales Flugobjekt installieren. Aus gesammelten Ästen sollte analog zum hölzernen Schulbau ein vielfältiges und eben- so rein natürliches Stecksystem entwickelt werden, das nach dem Baukastenprinzip zu einer großformatigen Wolke zusammengesetzt werden sollte.

Annette Hollywood, o.T.

Der unbetitelte Entwurf nahm sich die Protestkultur der Schüler*innen zum Motiv und wollte dem Vorplatz ein Ensemble von Protestschildern und Transparenten einfügen, deren Losungen als reine Farbflächen der Glaswand des Haupteingangs aufgetragen werden sollten.

Bettina Khano, Reflexion

An der metallischen Bauverkleidung orientierte sich der Entwurf, der ein silbern schimmerndes und in Streifen flexibles Textilmaterial an Fahnenmasten und an Gerüsten vor dem Schulbau und auf dem Schulhof installieren wollte.

Betina Kuntzsch, B-M-Pf 2020

Für das offene zentrale Treppenhaus plante die Künstlerin ihre Installation von vielfarbigen Abbildungen künstlicher Pflanzen an den Brüstungen der mehrgeschossigen Halle. Im Rahmen von Workshops sollten Pflanzen erkundet, gesammelt und mittels digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten künstlerisch verfremdet werden. Diese sollten auf Bildträger gedruckt und an den Geschossbrüstungen angebracht werden.

Roberto Uribe Castro, Zukunft braucht Erinnerung

In den Fluren des Schulhauses soll der Entwurf in Form von Lichtschriften an den Wänden der Flure und Treppenhäuser verorten. Die blauen und handschriftlich geformten Leuchtschriften sollten Wörter aus dem DDR-Alltag in die Gegenwart überführen und damit eine Auseinandersetzung mit der politischen Realität und der Alltagssituation der Gesellschaft in der DDR ermöglichen.

Klaus Weber, Balanced Rocks

2. Rang, Nachrücker*in
Ganz in den Außenraum, auf den Schulhof, strebte der mutige Vorschlag, der drei große Findlingssteine zu einem Steinmännchen wie aus dem Bastelunterricht übereinander stapeln und mit einander verbinden wollte und dabei nicht vor größeren Lasten zurück- schreckte.