Neubau Des Leonardo-Da-Vinci-Gymnasiums

Eckdaten

Jahr
2018
Auslober
Neukölln

Wettbewerbsart

Offener zweiphasiger anonymer Kunstwettbewerb

Teilnehmende

Nicolai von Rosen, Tafelbild (Realisierungsempfehlung)
Eva Behrens/Andreas Bunte, Move – Interaktives Glas-Fries
Thilo Droste, Prägungen – Thilo Droste
Sebastian Gräfe, Schieberätsel (Anerkennung)
Thomas Henninger, Kontinuum
Katharina Hohmann, Boisseau & Westermeyer, All that Skills
David Manstein/Maria Vill, Helix Pteron
Inke Reinert, Handlungs Spiel Raum (3. Rang)
Hansjörg Schneider & Chantal Labinski, Leonardo in Buckow
stoebo – Bogman & Störmer, Circuli (2. Rang)
Daniel Widrig/Johannes Spitzer, Ohne Titel (Rhizom)
Ulrich Vogl, Internationale Bauausstellung

Fachpreisrichter*innen

Susanne Ahner
Volker Andresen
Anna Borgmann
Veronike Hinsberg (Vorsitz)
Reiner Maria Matysik

Sachpreisrichter*innen

Wolfram Belz (FB Hochbau, Leiter Fg Planung)
Katharina Bieler (1. Phase, Leiterin Fb Kultur)
Dorothee Bienert (2. Phase, Fb Kultur)
Anke Burmeister (Pädagogische Koordinatorin, Leonardo-da-Vinci-Gymnasium)
Katrin Lahusen (1. Phase, huber staudt architekten)
Jochen Staudt (2. Phase, huber staudt architekten)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter

Candy Lenk

Wettbewerbskoordination

Regina Jost
Astrid Kaspar
Harald Theiss

Preisgelder

Realisierungssumme:
130.000 €

Verfahrenskosten:
58.000 €

Aufwandsentschädigung:
2.000 €

Zum Wettbewerb

Das Leonardo-da-Vinci-Gymnasium in Berlin-Buckow erhält einen Neubau, der den alten Ersatzbau ersetzt und als 5-zügiges Gymnasium für die Schwerpunkte Naturwissenschaften und Kunst konzipiert ist. Das Projekt wird als Pilotvorhaben unter Nachhaltigkeitsaspekten realisiert und soll nach dem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) die Zertifizierungsstufe Silber erreichen. Im Rahmen der Baumaßnahmen wird ein offener Kunstwettbewerb durchgeführt, um eine künstlerische Arbeit zu schaffen, die sich mit den räumlichen, sozialen und pädagogischen Aspekten der Schule auseinandersetzt.

Teilnehmende

Nicolai von Rosen, Tafelbild

Realisierungsempfehlung
Das Werk wird als besonders gelungen gewürdigt. Die Verbindung von alter und neuer Technik, die Integration des Schulalltags sowie die implizite Beteiligung aller Schüler*innen machen das Werk zum Paradebeispiel partizipativer und fächerübergreifender Kunst im Schulkontext.

Eva Behrens/Andreas Bunte, Move – Interaktives Glas-Fries

Die künstlerische Auseinandersetzung mit Architektur wird als stark wahrgenommen. Der interaktive Charakter des Werkes sowie die Möglichkeit der Wahrnehmungsmehrdeutigkeit bieten Potenziale für eine dynamische Beziehung zwischen Raum, Schülerinnen und Betrachterinnen

Thilo Droste, Prägungen – Thilo Droste

Die Jury lobt die subtile, langzeitlich gedachte Umsetzung eines Fingerabdrucks als kollektives Werk aus vielen individuellen Zeichen. Die Idee eines über zehn Jahre angelegten Wachstumsprozesses symbolisiert Bildung als Formung über Zeit.

Sebastian Gräfe, Schieberätsel

Anerkennung
Das Werk überzeugt durch Interaktivität, grafische Qualität und inhaltliche Tiefe. Die Verbindung von Wissenschaft, Technik und Sprache in einem beweglichen Format wird als poetisch und bildend zugleich beschrieben.

Thomas Henninger, Kontinuum

Positiv bewertet wird die innovative Nutzung von 3D-Drucktechnologie zur Darstellung von Schüler*innen. Die Beschäftigung mit dem Thema Individualität im digitalen Zeitalter regt eine tiefergehende Reflexion über Selbstbild und Darstellung an.

Katharina Hohmann, Boisseau & Westermeyer, All that Skills

Positiv hervorgehoben wird der medienpädagogische Ansatz, der die Alltagsrealität wissenschaftlicher Berufe visualisiert. Die filmische Echtzeitbeobachtung eröffnet authentische Einblicke in den Berufsalltag und kontextualisiert den Geniebegriff Leonardos als Lust auf Wissen . Das Werk fördert Neugier und erkenntnistheoretisches Denken und stärkt die Verbindung von Theorie und Praxis im schulischen Alltag.

David Manstein/Maria Vill, Helix Pteron

Die künstlerische Umsetzung einer schwebenden Struktur, inspiriert von einer Zeichnung Leonardos, überzeugt durch die ästhetische Verbindung von Kunst und Architektur. Besonders gewürdigt wird der Versuch, eine historische Idee in zeitgenössische Form zu übersetzen und dabei eine Leichtigkeit zu suggerieren, die das physikalisch Unmögliche – das Schweben – künstlerisch realisiert. Die Idee wird als poetische Metapher für Wissensflug und Innovationskraft verstanden.

Inke Reinert, Handlungs Spiel Raum

3. Rang
Besonders gelobt wird die Vielseitigkeit der Plastik, die nicht nur ästhetisch funktioniert, sondern auch als Lehrmittel und Bühnenbild. Die Möglichkeit zur aktiven Nutzung durch Schüler*innen hebt das Werk funktional und bildnerisch hervor.

Hansjörg Schneider & Chantal Labinski, Leonardo in Buckow

Die zeichnerische Qualität der kartographischen Panoramen beeindruckt durch handwerkliche Präzision und visuelle Kraft. Besonders der partizipative Entstehungsprozess mit Schüler*innen wird positiv bewertet, da er Identifikation und lokale Bezugnahme schafft.

stoebo – Bogman & Störmer, Circuli

2. Rang
Die konsequente Auseinandersetzung mit Materialität und Handwerk überzeugt. Die Verbindung von Leonardos Zeichnungen mit der Architektur des Gebäudes verleiht dem Ort eine ruhige, tiefgründige Atmosphäre.

Daniel Widrig/Johannes Spitzer, Ohne Titel (Rhizom)

Das Werk zeichnet sich durch eine philosophische Konzeption aus, die biologische Prozesse in künstlerische Formen übersetzt. Besonders gewürdigt wird die humorvolle Verwendung eines Sportbelags als Oberflächenmaterial – eine originelle Verbindung von Alltag und Abstraktion.

Ulrich Vogl, Internationale Bauausstellung

Hervorgehoben wird die humorvolle, visionäre Idee, Tiere als Teil eines Baukunstprojekts zu denken. Die originelle Mischung aus Architektur, Tierwelt und Ironie bringt eine ungewöhnliche Perspektive in die Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum