Landmarks Elektropolis
Eckdaten
Jahr
2017
Auslober
Private
Wettbewerbsart
Offener zweiphasiger anonymer Kunstwettbewerb
Teilnehmende
Peter Sandhaus, Lichtgestalt Elektra (Realisierungsempfehlung)
Petra Spielhagen, Solar Mirrorball
Anke Westermann, MB111
Daniel Buchheit, Poliswitch 459
Vadim Schäffer, Christine Schulz, LED 384
Holger Beisitzer, Cloud (2. Rang)
Christine Rusche, Pablo Wendel, Achim Kaufer, Elektropol
Petra Spielhagen, Solar Mirrorball
Anke Westermann, MB111
Daniel Buchheit, Poliswitch 459
Vadim Schäffer, Christine Schulz, LED 384
Holger Beisitzer, Cloud (2. Rang)
Christine Rusche, Pablo Wendel, Achim Kaufer, Elektropol
Fachpreisrichter*innen
Veronike Hinsberg
Katrin Hinz (HTW FB Gestaltung)
Patricia Pisani
Stefan Krüskemper (Vorsitz)
Katrin Hinz (HTW FB Gestaltung)
Patricia Pisani
Stefan Krüskemper (Vorsitz)
Sachpreisrichter*innen
Susanne Reumschüssel (Industriesalon)
Oliver Igel (Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick)
Cyrus Zahiri (böhmer benfer zahiri landschaften städtebau)
Oliver Igel (Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick)
Cyrus Zahiri (böhmer benfer zahiri landschaften städtebau)
Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Gisela Genthner
Wettbewerbskoordination
Mareike Lemme (erste Phase)
Lisa Vanovitch (zweite Phase)
Lisa Vanovitch (zweite Phase)
Preisgelder
Realisierungssumme:
300.000 €
Aufwandsentschädigung:
2.000 €
Zum Wettbewerb
Für den direkt an der Spree gelegenen zentralen
Stadtplatz von Oberschöneweide lobte der dort ansässige
„Industriesalon“ einen Berlinweit offenen, zweiphasigen
Kunstwettbewerb zur Findung eines landmarks aus.
Dieses soll die Bedeutung des Bezirks Treptow-Köpenick
als Elektropolis thematisieren, in dem Anfang des 20.
Jahrhunderts Industriegeschichte geschrieben wurde. Die
Spuren dieses Prozesses prägen bis heute den Bezirk mit
seinen großen Fabrikhallen und der denkmalgeschützten
Industriebahn. Oberschöneweide wurde als eines der
historischen Gründerzentren der Elektroindustrie erbaut,
um zum größten Produktionsstandort der AEG zu werden
und wurde nach 1945 zum größten innerstädtischen
Industriegebiet der DDR mit 25.000 Werktätigen in den
„Volkseigenen Betrieben“ ausgebaut, nach der Wende zerteilt,
verkauft und deindustrialisiert. 2009 zog die Hochschule für
Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) in Teile des Kabelwerks.
Das Wohngebiet wurde komplett saniert und neue Firmen
siedelten sich an. Trotzdem blieb Schöneweide „unattraktiv“.
Der hier ansässige „Industriesalon“ thematisiert die
bedeutende Technikgeschichte des Stadtteils und dessen
Transformationsprozesse.
Teilnehmende
Peter Sandhaus, Lichtgestalt Elektra
Realisierungsempfehlung
Die „Lichtgestalt Elektra“ ist eine Verkörperung elektrischer Energie in der Tradition des berühmten Signets der AEG von 1888, der „Göttin des Lichts“ auf dem Rad des Fortschritts. Ihre neue Erscheinung ist konstruktiv und abstrakt. Sie verbindet die Tradition der Elektroindustrie hier in Schöneweide mit einem Aufbruchssignal in eine erneuerte Elektropolis, geprägt von regenerativer Energiegewinnung, E-Mobilität und Vernetzung. Als räumliche Welle schwingt sich die Lichtgestalt in eleganten Kurven zum Himmel.
Petra Spielhagen, Solar Mirrorball
Der „Solar Mirrorball“ ist eine überdimensionierte, mit Photovoltaik ausgestattete Kugel mit einem Durchmesser von etwa 5 Metern. Die Oberseite ist aus photovoltaischen Glasmodulen und die Unterseite aus Spiegelmodulen. Die „Licht- und Energiekugel“ hängt drehbar gelagert an einem Gerüst aus drei Stahlauslegern, die in ihrer Form an die vorhandenen Lichtmasten angelehnt sind. Am Tag produziert sie die Energie, mit der sie u.a. ihren Motor betreibt.
Anke Westermann, MB111
Das Objekt MB111 besteht aus zwei runden möglichst ephemer wirkenden, transluzenten Glasflächen auf einer tragenden Stahlkonstruktion, die formal einen Bezug zur Kranbahn herstellt. Der konstruktive und so formgebende Grundbaustein der quadratischen Zelle innerhalb der Glasflächen verweist indirekt auf die nachfolgende Entwicklung der weitreichenden Elektrifizierung: das digitale Zeitalter.
Daniel Buchheit, Poliswitch 459
Diese Arbeit greift das Thema „Elektropolis“ mit einem etwa 8,5m hohen überdimensionierten Schalter auf, der ästhetisch allerdings nicht an die Industriegeschichte anknüpft, sondern formal modern gestaltet ist. Gleichzeitig bietet der Schalter Sitzmöglichkeiten und einen Sockel und ist damit einem klassischen Platzdenkmal sehr ähnlich. Mindestens zwei Personen können den Schalter gemeinsam umlegen, sodass man einen Partner zur Kooperation finden muss und eine kommunikative bzw. soziale Interaktionskomponente ins Spiel kommt.
Vadim Schäffer, Christine Schulz, LED 384
Die kinetische Skulptur „LED 384“ besteht aus einer hohen kranähnlichen Konstruktion mit einem großen, roten Plexiglastunnel. Im Tunnel ist ein Gitternetz mit 833 LED-Lämpchen. Mit seinen Bestandteilen nimmt die Skulptur Bezug auf die Erfindung der Glühbirne, das historische Kabelwerk und die Produktion von Bildschirm. Gleichzeitig lenkt der offene Quader gleich einem Fernrohr den Blick auf die Gegenwart – auf den Ort Schöneweide. Er dreht sich im Wind und zeigt das Gelände dadurch immer aus unterschiedlicher Perspektive.
Holger Beisitzer, Cloud
2. Rang
Qualmende Schornsteine waren während der Industrialisierung ein sichtbares Zeichen wirtschaftlichen Aufschwungs. Der neue Schornstein soll mit einer gewissen Industrieromantik an die Geschichte des Standorts erinnern. Doch hier kommt kein Qualm aus dem Schornstein, sondern eine Wolke aus Stahlrohren – eine „Struktur der Möglichkeiten, Verdichtung und Auflösung“. Einige Leerräume innerhalb der Wolke sind mit Solarpaneelen besetzt, um elektrische Fahrräder der Touristen anzutreiben.
Christine Rusche, Pablo Wendel, Achim Kaufer, Elektropol
Das Denkzeichen „Elektropol“ ist ein begehbares Kunstwerk, in dem zwei markante Motive ineinandergreifen – der Strommast und die Energiekuppel. Ein originaler Strommast aus Berlin, als Symbol der Elektrifizierung, soll in den Stadtplatz integriert und in ein ästhetisches und funktionales, modernes Objekt transformiert werden. Durchdrungen wird der Strommast von einer 22m hohen spiralförmigen Treppe, gleich einer Spule oder den Wicklungen von Transformatoren. Die Treppe führt zu einer Aussichtsplattform über Berlin. Kuppel ist in Anlehnung an einen Resonanztransformator von Tesla gestaltet (siehe Bild).