Gustave-Eiffel-Schule
2. RANG, Realisierungsempfehlung, Sebastian Acker, Out of Thin Air
1.Rang und Nachrücker, Marta Dyachenko, Transformative Landschaft
3. Rang, Florian Neufeldt, Mahlzahn
Eckdaten
Wettbewerbsart
Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb
Teilnehmende
Marta Dyachenko
Clare Burnett
Florian Neufeldt
Stephan Hüsch
Sabine Herrmann
Christine Schulz
Ulrika Segerberg
Gisela Kleinlein
Karla Sachse
Friederike Klotz
Käthe Kruse
Lars Niebuhr
Katharina Lüdicke
Fachpreisrichter*innen
Dörte Meyer
Iris Musolf
Barbara Trautmann
Sachpreisrichter*innen
Hans Heynig (agn Niederberghaus & Partner GmbH)
Dr. Cordelia Koch (Bürgermeisterin des Bezirks Pankow von Berlin und Bezirksstadträtin für Finanzen, Personal, Weiterbildung und Kultur, Wirtschaftsförderung)
Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Oliver van den Berg
Wettbewerbskoordination
Preisgelder
Realisierungssumme:
311.000 €
Verfahrenskosten:
107.000 €
Aufwandsentschädigung:
3.000 €
Zum Wettbewerb
Die Gustave-Eiffel-Schule (ISS) in Berlin-Prenzlauer Berg wird wegen steigender Schülerzahlen umfassend saniert und erweitert. Zwei DDR-Schulbauten werden modernisiert und durch einen Neubau („Verbinder“) ergänzt. Die alte Sporthalle wird durch eine neue Fünffeldhalle mit Mensa ersetzt, die Außenflächen neu gestaltet. Begleitend wurde ein Kunstwettbewerb ausgelobt, der zwei Standorte künstlerisch verbindet und ein sichtbares Identifikationszeichen für Schule und Nachbarschaft schafft.
Teilnehmende
Sebastian Acker
Der Entwurf Out of Thin Air von Sebastian Acker greift Wind und Luft als abstraktes Gestaltungsmotiv auf. Windbewegungen werden als Reliefkacheln an der Westfassade umgesetzt, ergänzt durch drei kugelförmige Objekte im Außenraum mit Bezug zum Sport. Die Kugeln bestehen aus Recycling-Betonwerkstein, der zu einem Teil aus Abbruchmaterial der alten Schule gefertigt wurde.
Marta Dyachenko
Der Entwurf „Transformative Landschaft“ von Marta Dyachenko thematisiert Wandel von Ort und Zeit. Aus Recyclingbeton entstehen skulpturale Formen nach aquarellierten Vorlagen. Eine Wellenstruktur im Außenraum umfließt Fundstücke und Materialstrukturen. Die Arbeit überzeugt durch poetische Zurückhaltung, organische Formen und harmonische Übergänge von rauen zu glatten Oberflächen.
Clare Burnett
Der Entwurf von Clare Burnett umfasst drei Gruppen farbenfroher Skulpturen und Wandbilder mit über 100.000 Glasmosaiksteinen. Kugelförmige Formen aus Sport- und Molekülmotiven symbolisieren Netzwerke von Bewegung, Freundschaft und Wissen. Workshops ermöglichen Schüler:innen die Beteiligung an der Gestaltung und fördern Identifikation, Austausch und interdisziplinäre Diskussionen.
Florian Neufeldt
Der Entwurf „MAHLZAHN“ von Florian Neufeldt rückt das Mahlen von Getreide spielerisch in den Mittelpunkt. Historische Mahlsteine werden zu Stecktürmen gestapelt, während Brezeln aus Bronze als kulturübergreifendes Brotsymbol dienen. Der Bezug zum Mühlenviertel erinnert an die Geschichte der Umgebung. Das Mahlen steht für menschliche Kulturentwicklung, Essen und Gemeinschaft.
Stephan Hüsch
Der Entwurf von Stephan Hüsch umfasst drei Gruppen farbenfroher, handgefertigter Skulpturen und Wandbilder mit über 100.000 Glasmosaiksteinen. Die Werke sollen emotional ansprechen und zur Auseinandersetzung anregen. Kugelförmige Formen, inspiriert von Sportbällen und Molekülen, symbolisieren modulare Netzwerke von Bewegung, Freundschaft und Wissen.
Sabine Herrmann
Der Entwurf von Sabine Herrmann orientiert sich an der Doppelung der Schularchitektur mit zwei identischen Gebäudeflügeln, verbunden durch den Neubau. An Stützwand und Treppenhaus entstehen spontane, an Schule erinnernde Pinsel- und Klecksstrukturen nach dem Prinzip eines Rorschach-Tests. Zufällige Spiegelungen schaffen offene Bilder, die individuelle Deutungen ermöglichen und Gemeinschaft, Lernen und Freizeit symbolisch verbinden.
Christine Schulz
Der Entwurf von Christine Schulz umfasst Wandarbeiten über fünf Etagen des Treppenhauses mit Motiven aus Wissenschaft, Natur und Astronomie. Die Bilder sollen Fragen anregen, kritisches Denken fördern und Zusammenhänge nicht sofort offenlegen. Auf dem Schulhof werden hellblaue Textzeilen ins Pflaster integriert, um Neugier, Kommunikation und eine vernetzte Lernkultur sichtbar zu machen.
Ulrika Segerberg
Der Entwurf „Grand Tour“ von Ulrika Segerberg verbindet Innen- und Außenräume des Schulcampus durch ein Band in mehreren Teilen, Übergang und Lernen als Reise stehen im Mittelpunkt. Die Arbeit folgt dem Zwei-Sinne-Prinzip mit klaren Formen, kontrastreichen Farben und taktilen Bronze-Details. Schüler:innen dokumentieren das Projekt in Workshops für eine Sonderausgabe der Schülerzeitung
Gisela Kleinlein
Der Entwurf der Skulptur von Gisela Kleinlein besteht aus zwei Teilen. Im Treppenhaus erstreckt sich eine über mehrere Etagen reichende Wolken- und Himmelslandschaft. Vor Sporthalle und Mensa steht eine 9 m hohe skulpturale Setzung: Eine gekrümmte Linie steigt bogenförmig auf und trägt oben einen schwebenden Luftballon – als Zeichen für Freiheit, Balance und kreative Bewegung.
Karla Sachse
Der Entwurf von Karla Sachse basiert auf dem Symbol des runden Tisches als Zeichen für Demokratie, Gemeinschaft und Vertrauen. Es entstehen unterschiedlich große runde Tisch-Objekte mit drehbaren Stühlen, sowie Wandbilder mit Worten in unterschiedlichen Sprachen. Die gleichmäßig segmentierten Formen stehen für Gleichberechtigung, Austausch und das Einüben demokratischen Verhaltens im Schulalltag.
Friederike Klotz
Der Entwurf von Friederike Klotz basiert auf Kartenmaterial von Berlin bzw. dem Mühlenviertel. Auf der Glasfassade des Verbinders wird ein Stadtplan angebracht, ergänzt durch Edelstahl-Wandarbeiten mit Fresnel-Linsen-Effekten, die je nach Blickwinkel variieren. Auf der Terrasse entsteht eine nutzbare Skulptur als Aussichts- und Begegnungsort, die Rückzug, Gemeinschaft und Orientierung verbindet.
Käthe Kruse
Der Entwurf von Käthe Kruse gestaltet den Verbinder mit einer Abfolge von 87 alphabetisch sortierten, positiv konnotierten Wörtern als Wandgestaltung. Die Texte sollen Reflexion, Kommunikation und sprachliche Bildung fördern. Im Außenraum werden die Wörter JETZT und ZUKUNFT als begeh- bzw. besitzbare Stahlbeton-Sitzskulpturen platziert und symbolisieren Gegenwart, Vertrauen und Zukunftsorientierung.
Lars Niebuhr
Der Entwurf von Lars Niebuhr besteht aus der abstrakten Skulptur „ZUKUNFTFUTURE“, die aus den geometrisch verzerrten Buchstaben Z und F gebildet wird. Die Gestaltung erstreckt sich über Wand, Boden und Raum im Verbinder und auf der Terrasse. Farblich kommen Gelb-, Orange-, Rot- und Grautöne zum Einsatz. Die Arbeit soll Zukunftswege, Entscheidungsfreiheit und Offenheit für Entwicklung symbolisieren.
Katharina Lüdicke
Der Entwurf von Katharina Lüdicke verbindet Natur, Architektur und soziale Interaktion. Eine halbtransparente Wolke als Relief- und Rauminstallation prägt Sichtbetonwand und Terrasse. Das Motiv entwickelt sich über die Etagen – von ruhenden Wolken bis zu dynamischen Formen, die scheinbar in den Himmel aufsteigen. Die Arbeit symbolisiert offene, zukunftsorientierte Bildung, Austausch und kreatives Denken.