Neubau Schule Rheinpfalzallee / Grafenauer Weg

Preisträger*innen

Adapter (Jörn Gerstenberg, Gabriele Worgitzki), Zeitreisen in der Zeitmaschine des Alltags
Adapter (Jörn Gerstenberg, Gabriele Worgitzki), Zeitreisen in der Zeitmaschine des Alltags
Sven Kalden, earthrise you can make the world go round
Sven Kalden, earthrise you can make the world go round

Eckdaten

Jahr
2026
Auslober
Lichtenberg

Wettbewerbsart

Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb

Teilnehmende

Adapter (Jörn Gerstenberg, Gabriele Worgitzki), Zeitreisen in der Zeitmaschine des Alltags (Realisierungsempfehlung)
Marie Aly, Hundeschule
Sven Kalden, earthrise you can make the world go round (Realisierungsempfehlung)
Sonya Schönberger, Herein/Heraus (Arbeitstitel)
Sophie-Therese Trenka-Dalton, Gemeinschaft
Lucy Teasdale, Learn to Leap
Anna Kavata Mbiti, VIELSTIMMIG, Ein räumliches Gefüge
Banz von Rosen, Backgroundstories
Stephen Kent, REWILDING: Innenraum als Landschaft
Ursula Damm, PNEUMA
Silke Riechert, Modulare Skulpturen
Monika Grzymala, Der Buchstabenbaum

Fachpreisrichter*innen

Oliver Störmer (bildende/r Künstler*in, Vorsitz)
Salwa Aleryani (bildende/r Künstler*in)
Katrin Schmidbauer (bildende/r Künstler*in)
Tina Born (bildende/r Künstler*in)

Sachpreisrichter*innen

Anna Scheinpflug (Bezirksamt Lichtenberg)
Franziska Temelli (Bezirksamt Lichtenberg)
Andrea Wunderlich (HOWOGE)

Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter

Dagmara Genda (bildende/r Künstler*in)

Wettbewerbskoordination

Holger Beisitzer

Preisgelder

Realisierungssumme:
215.000 €

Aufwandsentschädigung:
3.000 €

Zum Wettbewerb

Das Land Berlin startete 2017 die Berliner Schulbauoffensive (BSO). Damit soll dem gesteigerten Zuzug und den damit steigenden Geburtenzahlen Rechnung getragen werden. Um den gänzlich veränderten pädagogischen Ansprüchen und Erfordernissen Raum zu geben, wurde das neue Leitbild der Compartment-Schule entwickelt, das dem Modell einer „kleinen Schule in der großen Schule“ folgt. Das integrative Konzept nimmt die Inklusion und den Ganztag als Schulalltag auf und stellt neue Raumbezüge und Formationen in den Mittelpunkt. Dieses neue Leitbild kommt auch im Neubau in der Grundschule Rheinpfalzallee zum Tragen. Es handelt sich dabei um eine 3-zügige Grundschule (Klassenstufen 1-6) für 432 Schüler*innen. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE wurde vom Land Berlin für die Planung und Umsetzung des Bauvorhabens beauftragt. Vor diesem Hintergrund lobte der Bezirk Lichtenberg einen nicht offenen, einphasigen Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit zwölf eingeladenen Künstler*innen aus. Der Auslober strebt die Realisierung von zwei Kunst-am-Bau-Werken von verschiedenen Urheber*innen im Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens an.

Teilnehmende

Adapter (Jörn Gerstenberg, Gabriele Worgitzki), Zeitreisen in der Zeitmaschine des Alltags

Adapter (Jörn Gerstenberg, Gabriele Worgitzki), Zeitreisen in der Zeitmaschine des Alltags

Realisierungsempfehlung

In einer Wandzeichnung entwickeln sich vor den Augen der Betrachter*innen Abfolgen abstrahierter Raumansichten und stilisierter Architekturdarstellungen wie Reiserouten durch Raum und Zeit. Verankert werden diese Routen durch menschliche Figuren, deren realistische Ausführung Aufschlüsse über Stimmung, Gedankenlage, Motivation und Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen aus Gegenwart und Vergangenheit ermöglicht. 

Marie Aly Hundeschule

Marie Aly, Hundeschule

 

Vorgeschlagen wird eine Skulpturengruppe, bestehend aus drei unterschiedlichen Hunden. Dieses leuchtende, dreifarbige Trio aus einem Dackel und zwei größeren Fantasiehunden in verschiedenen Wartepositionen soll der Schule als Identifikationspunkt dienen. Ein Treffpunkt, ein fröhliches Markenzeichen. Inspiriert ist die Idee von Filmszenen des Films „Lassie Come Home“ von 1943: Lassie wartet jeden Tag pünktlich um 16 Uhr vor der Schule auf den Jungen, ihr „Herrchen“, um ihn von der Schule abzuholen.

Sven Kalden, earthrise you can make the world go round

Sven Kalden, earthrise you can make the world go round

Realisierungsempfehlung

Am Eingangsbereich des Neubaus soll ein plastisch modelliertes „Porträt“ der Erde aufgestellt werden. Der Globus wird axial aufgeständert und so ausgerichtet, dass er aus dem kreisrunden Fenster im 1. Obergeschoss über dem Eingangsbereich zu sehen ist. Die Arbeit bezieht sich auf das erste Foto der „aufgehenden“ Erde aus der Perspektive des Weltraums. Das Foto entstand 1968 während der Apollomission. Der Blick von außen soll die Schüler*innen daran erinnern  „das große Ganze“ nicht aus den Augen zu verlieren.

Sonya Schönberger Herein/Heraus (Arbeitstitel)

Sonya Schönberger, Herein/Heraus (Arbeitstitel)

Der Entwurf sieht vor die Türen des Schulgebäudes mit insgesamt 96 individuell gestalteten Türklinken auszustatten. Handabdrücke der Schüler*innenschaft sollen im Alufeinguss zu individuellen Originalklinken gegossen und an den Türen installiert werden. Jede Klinke trägt so die Handform eines einzelnen Kindes – mit sichtbarer Größe, Haltung und Ausdruck. Die Schule soll ein dauerhaftes Zeichen von Teilhabe erhalten - und die Kinder hinterlassen buchstäblich ihre Spur im Gebäude.

 Sophie-Therese Trenka-Dalton_Gemeinschaft

Sophie-Therese Trenka-Dalton, Gemeinschaft

Der Entwurf besteht aus vier Mosaiken aus Smalten (Glas), die fliegende, farbige Bänder darstellen. Die Mosaikarbeit bewegt sich räumlich um den Treppenaufgang herum, dessen Durchbrüche die Geschosse zueinander öffnen. Dabei ist die visuelle Idee, dass die Mosaikbänder durch die Bewegung der Kinder, die die Treppen hinauf und hinab laufen, aufgewirbelt werden. Die Mosaike sollen über die drei Geschosse des zentralen Treppenaufgangs verteilt werden und symbolisieren die Wege der Schüler*innen in der Schule.
 

Lucy Teasdale Learn to Leap

Lucy Teasdale, Learn to Leap

Zwei aus Bronze gegossene Fische befinden sich mitten im Sprung: Ihre Bewegung folgt einem über drei Meter hohen Bogen aus Edelstahl, bevor sie in eine bronzene Welle am Boden eintauchen. Jeder Fisch scheint einer Kugel oder Blase hinterherzujagen. Das Bestreben der springenden Fische, eine neue Ebene zu erreichen, spiegelt die Erfahrungen der Schüler*innen wider, die sich in neuen Umgebungen zurechtfinden, Selbstvertrauen entwickeln und während ihrer Schulzeit neue Wege entdecken. 

 Anna Kavata Mbiti Vielstimmig

Anna Kavata Mbiti, VIELSTIMMIG, Ein räumliches Gefüge

Wie Stimmen in einem Chor entsteht aus vielen Einzelnen ein gemeinsamer Klang. Viele einzelne Elemente verbinden sich zu einem vielstimmigen räumlichen Gefüge: Lernen als Zusammenspiel gleichwertiger Teile. Der Entwurf soll dieses Prinzip in eine räumliche Struktur übersetzen. Die vertikale Holzleisten mit rechteckigem Querschnitt, unterscheiden sich in Länge und räumlicher Tiefe und sollen in einer modularen Struktur angeordnet werden. 

Banz von Rosen Backgroundstories

Banz von Rosen, Backgroundstories

Die künstlerische Intervention verwandelt Teile des Foyers in farbige Bildräume. Auf den ersten Blick bietet sie ein konkretes, unmittelbares Farb- und Formerlebnis. Große farbige Flächen führen von der Decke über Hohlkehlen nahtlos bis in den Boden. Sie sind in Blau und Grün gehalten und ergänzen damit das Farbspektrum der neuen Schule, das von Rottönen geprägt ist. Ergänzt werden sie durch eine Betonstütze in Gelb und Hellblau.

Stephen Kent REWILDING

Stephen Kent, REWILDING: Innenraum als Landschaft

Vorgeschlagen werden vier Wandarbeiten, die unterschiedliche Wiesenökosysteme darstellen. Jede dieser Wiesen soll ein charakteristisches Ökosystem der wildwachsenden Landschaften Brandenburgs und Berlins symbolisieren und dieses durch keramische Elemente in eine räumlich-haptische Erfahrung innerhalb des Schulgebäudes übersetzen.

Ursula Damm PNEUMA

Ursula Damm, PNEUMA

Die Installation „Pneuma“ soll auf die ökologische (Wassertransport-) Leistung dreier Bäume im Innenhof aufmerksam machen. Drei große Stelen und drei kleine Stelen – jeweils zwei pro Pflanze zeigen mit einem Lichtsignal in einer Röhre den Wasserfluss im Inneren des Baumstammes an. Dendrometer registrieren den Wassertransport durch das Messen der Stammdicke.

Silke Riechert, Modulare Skulpturen

Vorgeschlagen werden 26 modulare Skulpturen. Die Formensprache der Skulpturen knüpft an Formen von Samenkapseln an. Die Objekte aus Holz, Metall und Ziegelstein können haptisch und körperlich von den Schüler*innen erspielt und erprobt werden. Die Skulpturen sollen zum Verweilen einladen. 

Monika Grzymala_Der Buchstabenbaum

Monika Grzymala, Der Buchstabenbaum

Vorgeschlagen wird ein Hochrelief, das einen blattlosen Baum darstellt. An den Astgabelungen und Astenden sollen die Buchstaben des Alphabets angebracht werden.