Neubau Grundschule Bruno-Baum-Straße
Preisträger*innen
Eckdaten
Wettbewerbsart
Nicht offener zweiphasiger anonymer Kunstwettbewerb
Teilnehmende
Anna Lena Gätjens, Es wimmelt im Sumpf
Andreas Sachsenmaier, Tafelrunde
Anna Borgman, PERFEKT IMPERFEKT
Johannes Vogl, Der Holzbock aus der Bruno-Baum-Straße. Die Kinderstube von Buchdruckern und Kupferstechern
Jenny Brockmann, WeltenEmpfängerin
Antje Schiffers, An Bäumen lehnen, unter Bäumen toben (Realisierungsempfehlung)
Vanessa Henn, Pavillon
Pia Lanzinger, Analoges Wandballett
Lars Karl Becker, Das kleine Objekttheater (Realisierungsempfehlung)
Fachpreisrichter*innen
Christian Henkel (bildende/r Künstler*in)
Doris Marten (bildende/r Künstler*in)
Valeska Peschke (bildende/r Künstler*in)
Sachpreisrichter*innen
Sabine Schuster (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen)
Frank Vettel (Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, SE FM)
Ständig anwesender stellvertretender Fachpreisrichter
Wettbewerbskoordination
Preisgelder
Realisierungssumme:
214.200 €
Verfahrenskosten:
91.800 €
Aufwandsentschädigung:
2.500 €
Zum Wettbewerb
Im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive plant und realisiert die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen eine 3-zügige Grundschule in der Bruno-Baum-Str. 68/70. Die dreigeschossige Grundschule mit Sporthalle ist ein Schulneubau und wird in Holzmodulbauweise mit einem extensiven Gründach errichtet. Die Schule ist eine Neugründung. An einer Grundschule werden die ersten sechs Klassenstufen unterrichtet. Die Schülerinnen und Schüler sind in der Regel von sechs bis zwölf Jahren alt. Kunst am Bau kann am Standort Bruno-Baum-Str.68/70 mit dazu beitragen, den Schulalltag vielfältig und inspirierend zu gestalten sowie die Erfahrungswelten der Schüler*innen zu bereichern. Dafür schreibt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin als Auslober einen nichtoffenen zweiphasigen Wettbewerb aus. Der Auslober strebt die Realisierung von zwei Werken von Kunst am Bau von verschiedenen Urheber*innen im Ergebnis des Wettbewerbsverfahrens an.
Teilnehmende
Miriam Jonas, Sesam
Die Arbeit schlägt eine künstlerische Wandinstallation vor, die wesentlich kleiner dimensionierte Türen neben den regulären Türen vorsieht. Die Arbeit soll Schüler*innen täglich dazu einladen, sich daran zu erinnern bzw. zu lernen, dass andere Wege möglich sind und dass die Gedanken frei sind, auch wenn ein Weg auf den ersten Blick versperrt erscheint.
Anna Lena Gätjens, Es wimmelt im Sumpf
Die Arbeit ist als mehrteiliges Wandmosaik für das zentrale Treppenhaus konzipiert. Unregelmäßig geschnittene, matte und glänzende Mosaiksteine sollen eine changierende, vielschichtige Oberfläche erzeugen. Das Motiv greift Marzahns landschaftliche Geschichte als sumpfige Feuchtlandschaft auf und zeigt eine vielfältige Auswahl tierischer und pflanzlicher Sumpfbewohner – eine Art Wimmelbild, das die chaotische Vielteiligkeit der Natur widerspiegelt.
Andreas Sachsenmaier, Tafelrunde
Vorgeschlagen wird eine Gestaltung des Schulgeschirrs: Die Teller sollen gemäß der Anzahl der Schüler*innen 450 unterschiedliche Gesichter erhalten. Auf dem Tellerrand soll eine Rundbeschriftung ausgeführt werden, auf der eine Auswahl an Speisezutaten, die Kinder weltweit essen, zu lesen sein soll.
Anna Borgman, PERFEKT IMPERFEKT
Der Entwurf thematisiert den produktiven Umgang mit alltäglichen Missgeschicken des Schulalltags: Ein gerissenes Papier, Flüssigkeit verschüttet oder ein Wort falsch geschrieben und durchgestrichen. Die scheinbaren Fehler werden aufgegriffen, abstrahiert, vergrößert und als gestalterische Chance genutzt. Im Sinne von „Trial and Error“ sollen aus dem Unbeabsichtigten neue, überraschende Formen und räumliche Situationen entstehen.
Johannes Vogl, Der Holzbock aus der Bruno-Baum-Straße. Die Kinderstube von Buchdruckern und Kupferstechern
Mehrere abstrakte Hochreliefs aus Aluminium sollen an Decken und Wände angebracht werden. Vielfach vergrößert dargestellt werden die Fraßspuren zweier Käferarten. Wobei der Kupferstecher sternförmige Fraßgänge und der Buchdrucker gegabelte Gänge bildet, die als großformatige abstrakte Reliefs ausgeführt werden sollen.
Jenny Brockmann, WeltenEmpfängerin
Vielen einzelne Elementen aus Edelstahl sollen– kleine „Lichtpunkte“, die zusammen ein geschwungenes Band, das an eine Milchstraße erinnert bilden. Es verläuft vom Außenbereich bis ins Innere des Schulgebäudes und verbindet beide Bereiche räumlich miteinander. Die Schulgemeinschaft soll aktiv mitwirken: In Workshops und gemeinsamen Aktionen steuern sie Texte und Motive bei, die auf den Edelstahlplatten der einzelnen „Lichtpunkte“ eingraviert werden.
Antje Schiffers, An Bäumen lehnen, unter Bäumen toben
Vorgeschlagen werden sechs wandfüllende Wandbilder. Jedes Wandbild soll auf einer Zeichnung basieren, die vergrößert, aus Holzfurnier gefräst und geschnitten werden soll. Die Motive sollen unterschiedliche Baumarten darstellen. Es sollen flache Reliefs aus Holz auf Holz entstehen, an denen sich jedes Bild sowohl mit den Augen als auch mit den Händen nachvollziehen lässt.
Vanessa Henn, Pavillon
Der Entwurf „Pavillon" versteht sich als begehbare Skulptur zwischen Architektur, Kunstobjekt und Spielraum. Drei fragmentarische Wandelemente mit geländerartigen Rundrohren sollen kreisförmig angeordnet werden und mit einem ringförmigen Dach eine offene architektonische Figur bilden.
Pia Lanzinger, Analoges Wandballett
Angelehnt an frühe interaktive Kunstwerke aus den 1960er-Jahren werden acht Wandobjekte mit beweglichen Teilen vorgeschlagen. Die Wandobjekte enthalten drehbar eingelassene Kugeln bzw. Rollen, deren Oberfläche farblich zwei unterschiedliche Hälften aufweist. Somit lässt sich je nach Stellung der einzelnen Elemente das Erscheinungsbild der Objekte unendlich variieren.
Lars Karl Becker, Das kleine Objekttheater
Unter der Decke der Mensa sollen drei Skulpturen-Ensembles installiert werden, die architektonische Formen wie gotische Fenster, ein Vorhängeschloss, Vogelfüße und ein Zahnrad aufgreifen und in veränderter Maßstäblichkeit und Ausrichtung dargestellt werden. Die Objekte sollen in Patina-Grün und Chromoptik gestaltet und teils beweglich (z. B. durch Luftzug oder Pendelbewegung) ausgeführt werden. Neongelbe Ketten sollen zusätzliche Linien im Raum bilden.