Erweiterungsbau Papageno Grundschule
Preisträger*in
Eckdaten
Wettbewerbsart
Nicht offener einphasiger anonymer Kunstwettbewerb
Teilnehmende
Julia Herfurth, Berliner Interferenz — Ortsspezifik & Interaktion (1. Rang, Realisierungsempfehlung)
Fabian Hesse & Mitra Wakil, Die Tragetasche der Papagena (2. Rang)
Irena Novarese, Die kitzelnde Musik der Zukunft
Kyoco Taniyama, Resonanzfeld
Jasmin Werner, was war, fliegt weiter
Fachpreisrichter*innen
Baris Seyitvan
Pascal Brateau
Ricarda Mieth
Sachpreisrichter*innen
Doris Gruber (Gruber + POPP Architekt*innen BDA)
Benjamin Fritz, (Bezirksstadtrat für Schule und Sport des Bezirks Mitte)
Preisgelder
Realisierungssumme:
95.000 €
Aufwandsentschädigung:
3.000 €
Zum Wettbewerb
Ein wichtiges Neubauprojekt in Berlin-Mitte ist die Erweiterung der Papageno-Grundschule in der Bergstraße 58 in 10115 Berlin. Die musikbetonte Grundschule erhält durch den Erweiterungsbau der Gruber + Popp Architekt*innen BDA einen großen Musiksaal, eine Bibliothek und zusätzliche Klassenräume. Dabei wird das Konzept der Compartementschule nicht nur im Neubau, sondern auch im Bestandsgebäude umgesetzt.
Das Bezirksamt Mitte von Berlin lobt im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme gemäß der Anweisung Bau (ABau) einen einphasig, nichtoffenen und anonymen Kunstwettbewerb aus. Ziel ist es, eine Kunst am Bau zu realisieren, die für diesen konkreten Standort erarbeitet wurde und sich durch ihre künstlerische Eigenständigkeit auszeichnet.
Teilnehmende
Johannes Büttner, Ein Mensch wie du
Die Arbeit umfasst sieben Skulpturen, die Tauben darstellen. Die Figuren sollen leicht vergrößert, in einer sequenziellen Überlagerung mit schillernden Oberflächen ausgeführt werden. In ihren Schnäbeln tragen sie verschiedene Gegenstände des Schulalltags sowie Fundstücke vom Schulgelände. Die Tauben werden als Begleiter des Schulalltags verstanden und sollen zu informellen Orientierungspunkten werden.
Julia Herfurth, Berliner Interferenz — Ortsspezifik & Interaktion
Konzeptioneller Ausgangspunkt des Entwurfs sind fünf Berliner Stadtpläne aus den Jahren 1862, 1925, 1945, 1986 und 2026. Die grafische Interpretation der Pläne soll als Ausschnitt des Einzugsgebietes auf Fliesen übertragen und vollflächig auf mehreren Wänden ausgeführt werden. Die fünf Motive wiederholen sich dabei. Ergänzt wird die Gestaltung durch Sonderfliesen mit experimentellen, klanglichen und haptischen Elementen. Eine gerahmte fünfteilige Druckgrafikserie der Stadtpläne soll an der Wand in der Bibliothek präsentiert werden.
Fabian Hesse & Mitra Wakil, Die Tragetasche der Papagena
Vorgeschlagen werden drei Wandarbeiten, die sich aus mehreren Kacheln zu einem mosaikartigem Relief zusammensetzen. Inhaltlich orientiert sich das Konzept an der Figur Papagena aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ und an der „Tragetaschen-Theorie“, die das Sammeln, Bewahren und Weitergeben von Erfahrungen und Wissen als kulturelle Praxis beschreibt. Die Keramiken sollen Naturmotive, chladnische Klangfiguren sowie von Schüler*innen entwickelte Zeichnungen visualisieren.
Irena Novarese, Die kitzelnde Musik der Zukunft
In vier Workshops entstehen mit Schüler*innen neue, erfundene Wörter. Ausgangspunkt sind die Buchstaben des musikalischen Notensystems (a–g), die Namen verschiedener Musikinstrumente sowie positive Begriffe und Vorstellungen von Zukunft. Dabei sollen Adjektive und Substantive miteinander kombiniert werden, neu gedacht und sprachlich verfremdet. Die so entstehenden Wortneuschöpfungen sollen poetische Assoziationsräume öffnen und zu neuen Perspektiven auf Zukunft anregen. Ausgewählte Begriffe werden anschließend als Schriftzüge umgesetzt.
Kyoco Taniyama, Resonanzfeld
Vorgeschlagen wird die Umsetzung des poetischen Motivs des „kosmischen Walzers der Planeten“ in zeichnerische, reliefartige und skulpturale Elemente. Ausgehend von Sonne und Erde, visualisiert in keramischen Reliefs, entwickelt sich eine geschwungene Linie, die in ihrer Gesamtheit das Bewegungsmuster eines Walzers visualisiert. Die geschossübergreifende Linienführung erschließt sich jedoch aus einer Gesamtperspektive. In der Bibliothek ist ein halbkreisförmiges Relief mit Bezug zum Planeten Jupiter geplant, das den Raum als Ort des Wissens und der Erkenntnis thematisiert. In der Mensa werden die zweidimensionalen Linien, die sich durch das Schulgebäude ziehen, in dreidimensionale Elemente ausgeführt.
Jasmin Werner, was war, fliegt weiter
Zwei großformatigen Edelstahlskulpturen – ein Vogelpalast in der Mensa und ein „Tragekäfig“ im Schulhof – bilden die räumlichen Ankerpunkte der Arbeit. Beide verweisen auf historische Vogelbauer. Der schwebende Vogelpalast mit integrierter Kleinorgel soll Architektur, Klang und Gemeinschaft miteinander verbinden. Der Käfig im Außenraum erweitert die künstlerische Arbeit in den Naturraum. Beide Skulpturen greifen collagenartig Fragmente von mehreren Berliner Bauwerken auf. 99 Vogelplastiken sollen über das gesamte Schulgebäude verteilt werden.