Filter

20.07.2026

Für eine faire, transparente und verbindliche Wettbewerbskultur im Land Berlin: Der bbk berlin und der Deutsche Künstlerbund zum fragwürdigen Verfahren der „Inwertsetzung des Luther-Denkmals Berlin“

Der Fall der „Inwertsetzung des Luther-Denkmals Berlin“ steht exemplarisch für Defizite im Umgang mit öffentlichen Wettbewerben. Aus Sicht des bbk berlin und des Deutschen Künstlerbundes braucht es transparente Verfahren und einen verbindlichen Umgang mit Wettbewerbsergebnissen.

Hintergrund

Von der vielfigurigen monumentalen Denkmalsanlage (1895) des protestantischen Reformators Martin Luther ist nach dem Zweiten Weltkrieg lediglich die Skulptur selbst geblieben. Sie befindet sich heute ohne den ursprünglichen Denkmalszusammenhang vor der Marienkirche. Im Vorfeld des 500. Reformationsjubiläums hatte die Evangelische Kirche einen interdisziplinären Wettbewerb für eine neue Verortung Luthers im Stadtzentrum ausgelobt. Diesen 2016 durchgeführten offenen Ideenwettbewerb entschied eine Arbeitsgemeinschaft des Künstlers Albert Weis zusammen mit den Architekten Zeller&Moye für sich. Mit einer Verdopplung der Skulptur und einer Text-Boden-Arbeit strebten sie eine zeitgenössische Betrachtung der historischen Person Martin Luthers an. 

Was eigentlich schon im Jubiläumsjahr hätte realisiert werden sollen, entwickelte sich für die Künstler*innen zu einer nervenaufreibenden Planungsgeschichte ohne Ende. Schließlich leitete die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Amtshilfe für den Bezirk Mitte zehn Jahre später ein neues EU-weites Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb ein, dessen ausgewählte Lösung die Grün Berlin GmbH realisieren soll: die „Inwertsetzung des Luther-Denkmals Berlin". 

Die einst prämierten Künstler*innen sehen sich nicht zu Unrecht umgangen: Jahrelange Recherchen und Vorarbeiten waren vergeblich. Die langwierigen und zögerlichen Entscheidungen der Auftraggebenden haben die Beteiligten enorme Zeit und Arbeitskraft gekostet.

Neuer Verfahrensentwurf der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen 

Nach Abschluss eines vorgeschalteten Teilnahmewettbewerbs und eines anschließenden wenig durchsichtigen „Verhandlungsverfahrens" präsentierte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen einen neuen Entwurf. Für die Maßnahme am Lutherdenkmal sollen bis zu 1,5 Millionen Euro bereitstehen; weitere 2,4 Millionen Euro sind für die Gestaltung des Umfelds einschließlich Baumpflanzungen vorgesehen. Über das Verfahren selbst schweigt die Senatsverwaltung weitgehend. Welche zwei anderen Arbeitsgemeinschaften von Künstlerinnen und Architektinnen an dem „Verhandlungsverfahren" beteiligt waren, wird nicht veröffentlicht. Dazu erklärt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: „Eine Rangfolge oder die Vergabe weiterer Preise ist im Rahmen eines VGV-Verfahrens nicht vorgesehen. Das Verfahren endet mit dem Zuschlag des wirtschaftlichsten Angebots (…) Dem entsprechend wird ausschließlich der erfolgreichste Bieter bekannt gegeben. Eine öffentliche Ausstellung der eingereichten Lösungsvorschläge ist bei einem VgV-Verfahren grundsätzlich nicht vorgesehen und daher auch nicht geplant."

Dieses intransparente Vorgehen widerspricht dem Grundsatz einer öffentlichen und nachvollziehbaren Planungsdemokratie und beschädigt das öffentliche Wettbewerbswesen für Kunst und Architektur nachhaltig. 

Zur vollständigen Pressemitteilung
Zusätzliche Informationen zum Wettbewerb in Ausgabe 64 des Fachmagazins kunststadt.stadtkunst

09.06.2026

Kunst am Bau: Fortschreibung der Anweisung Bau

Die Anweisung Bau des Landes Berlin ist die Richtlinie für die Durchführung öffentlicher Baumaßnahmen. In der Anweisung Bau (A Bau) ist auch die Durchführung von Kunst am Bau verankert, im Abschnitt II-130. Damit ist sichergestellt, dass Kunst am Bau bei allen öffentlichen Baumaßnahmen als integraler Bestandteil öffentlicher Baukultur durchgeführt wird. In der A Bau sind die Prozentsätze vorgegeben, nach denen die Mittel für Kunst am Bau berechnet werden. Sie reichen von 2 Prozent bei Baumaßnahmen unter 1 Millionen Euro Investitionsbetrag bis zu 1 Prozent bei Baumaßnahmen über 1 Million Euro Investitionsbetrag. 

Siehe: https://senstadtfms.stadt-berlin.de/intelliform/forms/eabau_2026/berlin/II_130/index

Die Fortschreibung der A Bau erfolgt alle zehn Jahre und war für 2023 vorgesehen. Nun ist sie Anfang Juni 2026 in Kraft getreten. Einen Beteiligungsprozess und einen Austausch zwischen den Künstlerverbänden und der federführenden Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gab es nicht. Anfragen und Initiativen der Verbände wurden von der Verwaltung abgelehnt.

In der A Bau im Abschnitt für Kunst am Bau ist auch der Beratungsausschuss Kunst verankert, der die Maßnahmen für Kunst am Bau vorbereitet und Empfehlungen zu Aufgabenstellung, Arbeitsbereichen, Wettbewerbsteilnehmende und Preisrichter*innen spricht.

Der letzte Beratungsausschuss Kunst (BAK) hatte Vorschläge für die Fortschreibung der Anweisung Bau formuliert. Sie wurden jedoch nur begrenzt berücksichtigt. So wurden die Mindestbeträge für Kunst am Bau von 3.750 auf 5.000 Euro, bzw. von 10.000 auf 20.000 Euro erhöht. Der Vorschlag zur Anhebung des Höchstbetrages von 500.000 Euro auf 1.000.000 Euro blieb leider unberücksichtigt. Dieser „Deckel“ bedeutet, dass selbst bei großen Baumaßnahmen nie mehr als 500.000 Euro für Kunst am Bau verausgabt werden dürfen (darin enthalten sind auch die Wettbewerbskosten). Der „Deckel“ von 500.000 Euro besteht damit mittlerweile seit 25 Jahren. In diesem Zeitraum haben sich die Materialpreise vervielfacht, sind die Brotpreise rapide gestiegen, alles ist wesentlich teurer geworden. Nur die Kunst am Bau soll gleich viel kosten – ein erstaunliches wirtschaftliches Phänomen! Das geht natürlich nur auf Kosten der Künstler*innen, die den Gürtel noch enger schnallen müssen, als er es eh schon ist. Entsprechend wurde in der neuen A Bau der Mindestanteil des Künstlerhonorars von 20 Prozent auf nur noch 15 Prozent gesenkt. Das verstärkt die Selbstausbeutung der künstlerischen Leistungen.

Auch strukturell hat die Fortschreibung der Anweisung Bau keinen Fortschritt gebracht: Im Beratungsausschuss Kunst sind die Künstlerinnen weiterhin in der Minderheit mit nur vier von neun Stimmen. Das unterscheidet die A Bau von Künstlerinnen-Kommissionen in München und Düsseldorf, wo die Künstler*innen über die Stimmenmehrheit verfügen.  

In der Summe bedeutet die Fortschreibung der A Bau für Kunst am Bau viel Stillstand und fast keinen Fortschritt – und das ist zu wenig!

Büro für Kunst im öffentlichen Raum

18.04.2026

rbbKultur - Das Magazin vom 18.04.2026

Kunst im öffentlichen Raum ist kein Extra, sondern Teil des städtischen Lebens. Der rbbKultur-Beitrag zeigt: Kürzungen treffen Orte, an denen Kunst für alle zugänglich ist. Sie fördern Begegnung, stärken Nachbarschaften und eröffnen neue Perspektiven. Verschwinden diese Räume, verliert Kunst gesellschaftliche Wirkung. Dabei geht es nicht nur um einzelne Projekte, sondern um die Frage: Wie wollen wir unsere Stadt gemeinsam gestalten?

Den vollständigen Beitrag findet ihr hier: rbb

The last chairperson

News

The last chairperson

Stefan Krüskemper

04.04.2026

In der taz vom 02.04.2026

Berlin spart an der Kunst im öffentlichen Raum – und damit auch an der Debatte.

Am Ernst-Reuter-Platz zeigt sich, was fehlt: Orte, die irritieren, Fragen stellen, Gespräche auslösen. Weniger Budget bedeutet nicht nur weniger Projekte, sondern weniger Möglichkeiten, Stadt gemeinsam zu verhandeln. Kunst verschwindet aus dem Alltag – und zieht sich zurück in geschlossene Räume.

 Was geht verloren, wenn der Stadtraum keine Bühne mehr ist?

Mehr dazu im Artikel im Artikel der taz

Thinking about a memorial together

Art and memory

Thinking about a memorial together

Seçil Yersel & Nadin Reschke, Künstlerinnen

18.03.2026

KiöR-Anhörung im Abgeordnetenhaus: Kunst im öffentlichen Raum trotzt den Kürzungen

Das Büro für Kunst im öffentlichen Raum nahm am Montag, 16.03. an der Anhörung zur Bedeutung von Kunst am Bau und Kunst im Stadtraum im Abgeordnetenhaus mit einer Stellungnahme teil. Katinka Theis und Martin Schönfeld präsentierten die Arbeit des Büros und unterstrichen die Relevanz für die Künstler*innen und die Stadtgesellschaft. Für mehr Informationen

Art – the other of politics?

Art theory

Art – the other of politics?

Elfriede Müller,
von 1994-2024 Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum

Cooperative art strategies and potential for participation in public spaces

Art in urban space

Cooperative art strategies and potential for participation in public spaces

Hildegard Kurt
Kulturwissenschaftlerin, Autorin und Künstlerin

Bronze that breathes

Art and memory

Bronze that breathes

Jeanne Nzakizabandi (Programmreferentin Berlin Global Village)
und Armin Massing (Geschäftsführer Berlin Global Village)

radio connection

Art in urban space

radio connection

Interview mit der Künstlerin Susanne Bayer, der Initiatorin der Projektes

Freedom – and political support

News

Freedom – and political support

Gotthard Krupp und Britta Schubert
ver.di Arbeitsgruppe Kunst und Kultur – Berlin/Brandenburg

Art in Architecture in Reinickendorf

Competitions

Art in Architecture in Reinickendorf

Sabine Ziegenrücker
Fachbereichsleitung Kunst und Geschichte Reinickendorf

Elfriede Müller  (1957-2026) – Nachruf

Cultural policy

Elfriede Müller (1957-2026) – Nachruf

Büro für Kunst im öffentlichen Raum

Ways of Becoming

International

Ways of Becoming

Susanne Bosch
Bildende Künstlerin

Dena’ina Ełnena

International

Dena’ina Ełnena

Melissa Shaginoff im Gespräch mit Hauke Zießler

The mosaic as a symbol of joint action

International

The mosaic as a symbol of joint action

Hauke Zießler

Art for the people – What art brings to urban spaces!

News

Art for the people – What art brings to urban spaces!

Büro für Kunst im öffentlichen Raum

Ari awaits their fate- The Peace Statue in its fifth year

Art in urban space

Ari awaits their fate- The Peace Statue in its fifth year

Britta Schubert

Petrified Survivors vs. Peace Statue Ari  PR in Public Space

Art in urban space

Petrified Survivors vs. Peace Statue Ari PR in Public Space

Sven Kalden

KIÖR

The Office for Art in Public Space initiates and supports transparent competitions/tenders for art in public space and art in architecture. It advises artists, administrations, clients and architects.

Team

The Team covers a wide range of responsibilities. We are available to answer any specific questions you may have.

Stefan Krüskemper

Responsibilities: Charlottenburg-Wilmersdorf and Lichtenberg districts

Martin Schönfeld

Responsibilities: Art Advisory Committee; Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick districts

Britta Schubert

Responsibilities: Mitte, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg districtsText editing for kunststadt/stadtkunst

Katinka Theis

Responsibilities: Art Advisory Committee; Pankow district; Image editing for kunststadt/stadtkust; Social media editing

Liesa Andres

Responsibilities: Pankow district; Lichtenberg district; Image editing for kunststadt/stadtkust; Social media editing

Our tasks

  • Vertretung der Interessen von Künstler*innen.

  • Förderung demokratischer Wettbewerbe und transparenter Verfahren.

  • Beratung der Verwaltung bei der Umsetzung von Kunst am Bau und im Stadtraum.

  • Partnerschaft mit Bezirken und Senatsverwaltungen.

  • Fachliche und organisatorische Begleitung von Wettbewerben.

  • Qualifizierung von Ausloberinnen, Wettbewerbssteuerung und Vorprüferinnen

  • Unterstützung von Künstler*innen bei Projekten im Bereich Kunst am Bau und Kunst im Stadtraum.

  • Pflege einer Künstler*innen-Datenbank mit rund 750 Einträgen.

  • Betreuung der Fachkommission für Kunst im öffentlichen Raum des bbk berlin.

  • Herausgabe des Fachmagazins kunststadt/stadtkunst.

Expert Commission

Die Fachkommission für Kunst im öffentlichen Raum unterbreitet bei eingeladenen Wettbewerben Vorschläge für Teilnehmer*innen. Darüber hinaus sind ihre Mitglieder in den Beiräten für Kunst im öffentlichen Raum der Berliner Bezirke sowie im Beratungsausschuss Kunst des Landes Berlin vertreten.

Contact

Büro für Kunst im öffentlichen Raum im Kulturwerk des bbk berlin GmbH
Köthener Straße 44, 10963 Berlin

Allgemeine Anfragen an das Büro:

tel 030 230899-30
info@kioer.kulturwerk-bbk.berlin

Redaktion kunststadt stadtkunst
redaktion@kioer.kulturwerk-bbk.berlin

Martin Schönfeld:
info@kioer.kulturwerk-bbk.berlin

Britta Schubert:
britta.schubert@kioer.kulturwerk-bbk.berlin

Katinka Theis:
katinka.theis@kioer.kulturwerk-bbk.berlin

Stefan Krüskemper:
Stefan.Krueskemper@kioer.kulturwerk-bbk.berlin

Liesa Andres
liesa.andres@kioer.kulturwerk-bbk.berlin